Der 82-jährige Wiener Ex-ÖVP-Chef Bernhard Görg wird nun als „Brunnenvergifter“ der Koalitionsgespräche von einem zum anderen Medium gereicht. In der Tiroler Tageszeitung (TT) machte er eine kuriose Aussage.
In der TT sagte Görg, von 1996 bis 2001 ziemlich unscheinbarer ÖVP-Vizebürgermeister in Wien, allen Ernstes, dass er auf ein Scheitern von Blau-Schwarz hoffe. Zudem warnte er vor der Gefährlichkeit des FPÖ-Chefs – und zwar aus folgendem Grund: „Kickl ist nicht erpressbar“.
“Was für ein schrecklicher Vorwurf”
„Was für ein ‚schrecklicher‘ Vorwurf: nicht erpressbar! – Herr Görg, bitte geht’s noch?!“, antwortete Herbert Kickl postwendend auf seiner Facebook-Seite.
Österreich ist Nettozahler
Görg bezog sich bei seiner kuriosen Aussage auf die Europapolitik. Ungarns Viktor Orbán, der slowakische Regierungschef Robert Fico und früher Polen wären erpressbar gewesen mit dem Entzug von EU-Geldern. Als Nettozahler habe ein Bundeskanzler Kickl bei Verhandlungen mit Brüssel deutlich bessere Karten, hielt Görg fest.
Warum diese Position für Österreich schlecht sein soll, sagte der Polit-Pensionist nicht. Ebenso ließ er unter den Tisch fallen, dass Österreich auch bisher Nettozahler gewesen und eigentlich auch nicht erpressbar gewesen ist, wenn es um die Interessen der eigenen Bevölkerung ging.