Nicht nur Regimegegner in Eritrea erhalten Asyl in Europa, auch die Regimeunterstützer.

3. Juli 2024 / 08:25 Uhr

Vor allem Afrikaner: Trotz Aberkennung des Asylstatus weiter im Lande

Wenn es einmal geschieht, wird es medienwirksam verkauft: In den letzten vier Jahren hat die Schweiz in mehr als 900 Fällen den Asylstatus widerrufen.

Blutige Straßenschlachten mitten in Europa

Vor allem Afrikaner aus Eritrea waren davon betroffen. Ihnen wurde der Asylstatus aberkannt, nachdem sich rivalisierende Gruppen im vergangenen September in mehreren Schweizer Orten eine blutige Straßenschlacht geliefert hatten. Die einen waren für, die anderen gegen den aktuellen Machthaber in Eritrea. Aber allesamt Asylanten waren wegen vermeintlicher politischer Verfolgung im Land.

Unzensuriert Radio-Empfehlung:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Asyl wegen politischer Verfolgung auch bei Regimeunterstützern

Danach wurde den Regimeanhängern der Asylstatus aberkannt; ihnen droht ja keine Gefahr im Heimatland.

Überhaupt sollte das immer so sein: Unterstützern von amtierenden Regierungen soll das Asylrecht nicht zuerkannt werden. Ein entsprechender Antrag im Schweizer Parlament vom freisinnigen Ständerat Andrea Caroni wurde im Juni angenommen.

Magere Bilanz: Weniger als 200 Aberkennungsverfahren pro Jahr

Aus aktuellem Anlass hat die Neue Zürcher Zeitung Zahlen zu Asylaberkennungen veröffentlicht. Demnach wäre von 2019 bis 2023 insgesamt in 924 Fällen der Asylstatus widerrufen worden. In 515 Fällen, weil der „Geflüchtete“ beim Heimaturlaub erwischt wurde. So groß dürfte also die Gefahr für Leib und Leben, vor der das Asylrecht schützen soll, nicht gewesen sein.

40 Asylanten verloren den Aufenthaltstitel, weil sie „eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellten“.

Fast zwei Drittel sind trotzdem da

Doch die Aberkennung des Asylstatus ist nur eine rechtliche Entscheidung. Denn laut Statistikdienst sollen 62 Prozent der Ex-Asylanten immer noch in der Schweiz sein, das sind 572 der 924 Personen. Unter ihnen viele aus Eritrea.

Der Nationalrat der Partei „Mitte“ Nicolo Paganini kritisiert:

Es braucht viel, dass jemand seinen Asylstatus verliert. Es ist ein ganz schlechtes Zeichen, wenn jemand dann trotzdem bleiben kann.

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Politik aktuell

28.

Mrz

14:24 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief

Unzensuriert Video-Empfehlung:
„Patrioten müssen zusammenhalten!“  - das Best-of von Herbert Kickl Doku „Willkommenskultur?“
Klicken um das Video zu laden
Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.