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Erdogan

Der türkische Staatspräsident Erdogan wurde in der Öffentlichkeit wegen der schlechten Wirtschaftslage immer mehr zur Karikatur. Dies sollen Maßnahmen der Zentralbank jetzt beheben.

16. August 2019 / 16:04 Uhr

Devisen-Analysten rechnen mit Lira-Abwertung nach Zinsreduktion

Mit einer Lira-Abwertung rechnen Devisen-Analysten nach der Zinsreduktion durch die türkische Zentralbank. Zuletzt waren durch massive Eingriffe in die Struktur der Zentralbank, etwa durch eine Abberufung des Chefvolkswirts oder eine Ankündigung, dass zehn Prozent der Belegschaft ausgetauscht werden, massive Bedenken über die Unabhängigkeit der Zentralbank aufgetaucht. Bereits Anfang Juli war der langjährige Bank-Präsident Murat Cetinkaya durch seinen bisherigen Stellvertreter Murat Uysal ersetzt worden.

Ende Juli senkte man die Leitzinsen von 24 Prozent auf 19,75 Prozent deutlich ab, um die türkische Wirtschaft anzukurbeln. Hinter den diversen Maßnahmen der Zentralbank stehen Vorgaben des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Inflationserwartungen sollen durch Zentralbank revidiert werden

Nun soll auch noch die mittel- und langfristige Inflationserwartung durch die Zentralbank revidiert werden, wie Medien berichten. Diese Senkung der Inflationserwartung soll wiederum als Argument dazu dienen, weitere Zinssenkungen zu durchzusetzen. Diese Maßnahmen sind von höchstem Interesse für Erdogan und sein Regime in Ankara. Nach der Wahlniederlage in Istanbul bei den Bürgermeister- und Kommunalwahlen braucht der türkische Staatspräsident wieder mehr wirtschaftspolitischen Spielraum, um seine Wähler zu bedienen.

Gleichzeitig ist Erdogans Schwiegersohn Berat Albayrak seit Juli 2018 Finanzminister in der Türkei. Er agierte seit seinem Amtsantritt ziemlich hilflos vor den Herausforderungen in Sachen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Durch die Umstrukturierung hat Erdogan nun auch Albayrak eine Verschnaufpause verschafft.

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