SPÖ-Vorsitzender Andreas Babler musste im ORF-Sommergespräch am Montag zugeben, dass es ihm nicht gelungen sei, das Wählervertrauen zurückzugewinnen.
Nerven liegen blank
Konfrontiert mit der Analyse, dass bei 16 Prozent die Nerven in der Partei blank liegen würden, wollte Babler die Frage, wo für ihn die Schmerzgrenze liege, um als Parteichef zurückzutreten, nicht beantworten. Auch zu seinen in den Medien kolportierten, möglichen Nachfolgern – zuletzt wurde der 71-jährige Ex-ORF-Generaldirektor Gerhard Zeiler ins Gespräch gebracht – äußerte er sich nicht konkret.
Kein Wort zu „Dumpfbacke“-Sager
Bei heiklen Fragen zeigte sich der SPÖ-Chef allgemein wortkarg. So wollte er die Aussagen des Bezirksvorstehers von Wien-Donaustadt, der Babler sogar als „Dumpfbacke“ bezeichnete, nicht kommentieren. Ins Schwitzen kam Babler, als der ORF frühere Wortmeldungen von ihm einspielte. Etwa seine Aussage in der ORF-Sendung „Hohes Haus“, wo er eine Mitgliederbefragung in seiner Partei zur „Integration vor Zugzug“ noch als „populistisch“ bezeichnete. Jetzt, wo Babler Parteichef ist, steht das sogar im Parteiprogramm der SPÖ.
Erklärungsbedarf beim „Klimaschutzgesetz“
Babler ließ die Fernsehzuschauer auch beim Thema „Klimaschutzgesetz“ ratlos zurück. Er konnte nicht erklären, was da genau drinstehen soll, um Dürre, Wasserknappheit oder Hitze zu bekämpfen. Eineinhalb Jahre soll es dauern, bis dazu Ergebnisse vorliegen. Zudem kam heraus, dass es bei Vergehen gar keine Sanktionen geben soll.
Wahlversprechen gebrochen
ORF-Moderatorin Simone Stribl hielt ihm vor, dass er Wahlversprechen gebrochen habe. So sei es ihm nicht gelungen, den Menschen die versprochene Facharzt-Garantie in zwei Wochen zu geben. Stribl sagte, dass die Wartezeit für einen Hautarzt-Termin 42 Tage betragen würde.
Verwirrend wurde es, als sich Babler für Abschiebezentren für kriminelle Ausländer beispielsweise in Afrika aussprach, jedoch nicht beantworten konnte, warum die sozialdemokratischen Abgeordneten im EU-Parlament gegen diesen Plan gestimmt hatten.
