Mehr Herzerkrankungen in windkraftstarken Gemeinden werfen Fragen auf, die Politik, Behörden und Medien nicht länger ignorieren können.

27. Mai 2026 / 07:45 Uhr

Gesundheitsrisiko Windräder? Hauser fordert Aufklärung von der EU

Über Jahre dominierte in Politik, Behörden und vielen Medien eine klare Botschaft: Windkraftanlagen erzeugen zwar Infraschall, doch die Immissionen in der Umgebung lägen deutlich unterhalb der menschlichen Hör- beziehungsweise Wahrnehmungsschwelle. Folglich auch keine Auswirkungen auf die Gesundheit.

Erhöhte Herzdiagnosen in windkraftstarken Gemeinden

Nun erschüttert eine Studie die vermeintliche Gewissheit: Auf dem 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin wurde eine Untersuchung der Arbeitsgruppe Infraschall der Universitätsmedizin Mainz vorgestellt. Die Schlussfolgerung der Autoren ist brisant:


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Die Daten zeigen am Beispiel der Region Paderborn ein signifikant erhöhtes kardiovaskuläres Neu-Erkrankungsrisiko in Kommunen mit massivem Ausbau der Windenergie an.

Aufklärung gefordert

Weiter heißt es, die exponierte Bevölkerung müsse systematisch über das Risiko von Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz aufgeklärt werden; außerdem sollten Forschungsmittel bereitgestellt werden, um Grenzwerte der aufklärungspflichtigen Infraschallbelastung exakt zu definieren.

Vergleich zwischen Gemeinden

Die Auswertung bezieht sich auf Originaldaten der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe für den Zeitraum 2015 bis 2024. Untersucht wurden neu aufgetretene Diagnosen für Herzinsuffizienz und bedrohliche Herzrhythmusstörungen in zwei stark windkraftgeprägten Gemeinden, Borchen und Lichtenau, mit windkraftfreien Orten, Delbrück und Hövelhof, als Kontrollgruppe.

Die Autoren schreiben, in Borchen und Lichtenau sei es im Vergleich zu Delbrück zu einer signifikanten Steigerung der Inzidenz neu aufgetretener Herzinsuffizienz gekommen. Für bedrohliche Rhythmusstörungen sei die Inzidenz in der Verumgruppe ebenfalls deutlich erhöht gewesen. Als Signifikanzniveau wird p < 0,0001 genannt.

Schadenersatz in Belgien und Frankreich

Der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser sieht darin eine Bestätigung seiner Kritik an der bisherigen Windkraftpolitik. In seiner Pressemitteilung verweist er zunächst auf gerichtliche Entscheidungen in Belgien und Frankreich:

Windräder erzeugen zwangsläufig Infraschall, also Schallwellen unterhalb der menschlichen Hörschwelle. Mittlerweile liegen drei Gerichtsurteile aus Belgien und Frankreich vor, in denen Anrainern wegen gesundheitlicher Schäden durch Windräder gerichtlich Schadenersatz zugesprochen wurde.

Hauser: „Damit ist nun Schluss“

Noch schärfer fällt seine Kritik an Politik, Windkraftbranche und Mainstream-Medien aus. Die möglichen Gesundheitsschäden durch den von Windrädern produzierten Infraschall würden bisher „von der Windkraftlobby, der Einheitspartei aus sogenannten Konservativen, Sozialisten, Grünen und Liberalen sowie den Mainstream-Medien konsequent verschwiegen“, so Hauser. Und weiter:

Damit ist nun Schluss, denn die Gefahren dieses Infraschalls sind nicht mehr zu leugnen.

Gesamtdeutsches Problem

Hauser verweist außerdem auf ein Straßburger Urteil, das aus seiner Sicht eine neue rechtliche Linie erkennen lasse. Die Formulierung „direkte und sichere Ursache“ verstärke diese Rechtsprechungslinie, erklärte er. Für Österreich und Deutschland wählte Hauser dabei eine besonders harte Formulierung: Dort regierten faktisch die „Windkraft-Taliban“.

Politische Sprengkraft: Wer hat recht?

Der Kern der Debatte liegt nun in einem offenkundigen Widerspruch. Einerseits heißt es seit Jahren von Behörden und windkraftnahen Stellen: Infraschall von Windrädern liegt unterhalb der Wahrnehmungsschwelle, schädliche Wirkungen sind nicht belegt.

Andererseits meldet die Mainzer Arbeitsgruppe in einer epidemiologischen Auswertung deutlich erhöhte kardiovaskuläre Neuerkrankungen in Kommunen mit massivem Windenergieausbau.

Widersprüche offensichtlich

Daraus folgt nicht automatisch, dass jede Windkraftanlage krank macht. Die Mainzer Arbeit ist ein Kongressposter und müsste für eine endgültige medizinische Bewertung breit geprüft, repliziert und methodisch diskutiert werden. Aber politisch ist der Befund schwer zu ignorieren: Wenn die Daten stimmen, dann war die bisherige Entwarnung zumindest unvollständig.

Wenn die bisherige Entwarnung stimmt, dann muss erklärt werden, warum in den untersuchten Gemeinden derart auffällige Unterschiede bei Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen aufscheinen.

Hauser fordert EU-Kommission zum Handeln auf

Hauser verbindet die Mainzer Auswertung mit einer politischen Forderung an Brüssel:

Ich will wissen, was die EU-Kommission gegen potentiell gefährlichen Infraschall von Windkraftanlagen unternehmen will, warum die Bürger bisher nicht ausreichend aufgeklärt wurden und wie die Gerichtsurteile aus Belgien und Frankreich bewertet werden.

Es geht für viele um vieles

Für Anrainer von Windparks ist das keine akademische Kleinigkeit. Es geht um Schlaf, Herzgesundheit, Lebensqualität und Eigentum. Für die Politik geht es um Glaubwürdigkeit. Und für die Mainstream-Medien geht es um die Frage, warum eine mögliche Gesundheitsdebatte rund um Windkraft lange fast ausschließlich als „Angstmache“ behandelt wurde.


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