Die Ukraine unter Präsident Wolodymyr Selenskyj (links neben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen) hält an ihrem ambitionierten Ziel fest, bis 2027 der Europäischen Union beizutreten.

12. April 2026 / 09:00 Uhr

Ukraine-Beitritt rückt näher: Mitgliedschaft bis 2027 trotz aller Widerstände angepeilt

Die Ukraine treibt ihren EU-Beitritt trotz aller Hürden weiter voran. In Kiew zeigt man sich entschlossen, das Verfahren zu beschleunigen: Vizepremier Taras Kachka nennt weiterhin ein Modell bis 2027 als Zielmarke – ein ambitionierter Zeitplan.

Reformen bringen Bewegung in die Verhandlungen

Zuletzt hat die Ukraine ihr Akkreditierungs- und Technikregulierungssystem an EU-Standards angepasst. Damit könnten ukrainische Industriegüter künftig leichter Zugang zum europäischen Binnenmarkt erhalten. Auch auf Verhandlungsebene geht es in Richtung Mitgliedschaft: Informell gelten inzwischen alle sechs sogenannten Beitrittscluster als eröffnet. Möglich wurde dies durch ein beschleunigtes Vorgehen („Frontloading“) unter der dänischen EU-Ratspräsidentschaft seit Dezember 2025.

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Europäische Partner treiben Prozess voran

Vor allem nord- und baltische Staaten sowie große EU-Mitglieder wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande setzen sich für die Ukraine an. Präsident Wolodymyr Selenskyj fordert seit Monaten einen verbindlichen Beitrittstermin bis 2027 und sieht darin auch eine sicherheitspolitische Garantie für sein Land.

EU entwickelt Ausnahmeregeln

Parallel dazu wird in Brüssel auch über Zwischenmodelle diskutiert, um dem korruptionsgeplagten Staat in die EU zu holen: Wie berichtet, könnte eine sogenannte „Mitgliedschaft lite“ der Ukraine eine schrittweise Integration ermöglichen, zunächst jedoch ohne volles Stimmrecht in den EU-Institutionen.

Parlament will Einstimmigkeitsprinzip schwächen

Die größte politische Blockade kommt weiterhin aus Budapest. Ministerpräsident Viktor Orbán verhindert die Öffnung des zentralen Clusters „Grundlagen“ und beruft sich dabei auf ein nationales Referendum sowie eine entsprechende Parlamentsresolution.

Zwar arbeitet das Europäische Parlament daran, das Einstimmigkeitsprinzip in Erweiterungsfragen zu unterlaufen, doch bislang ohne konkreten Durchbruch. Die technischen Vorbereitungen laufen unterdessen weiter.

Zweifel am Zeitplan wachsen

Trotz der Fortschritte bleibt das Zieljahr 2027 umstritten. Insbesondere Reformen im Justizwesen und bei der Korruptionsbekämpfung gelten als entscheidende Voraussetzungen, die noch nicht vollständig erfüllt sind. Zudem zweifeln viele europäische Politiker daran, dass alle 27 nationalen Parlamente eine Aufnahme der Ukraine in so kurzer Zeit ratifizieren würden. Auch innerhalb der EU wächst die Sorge, dass politische Realitäten den Zeitplan überholen könnten.

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