Die Energiekrise in Europa nimmt angesichts der anhaltenden Konflikte im Nahen Osten und der Blockade der russischen Öl- und Gaslieferungen eine dramatische Wendung. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat Brüssel dringend aufgefordert, die Sanktionen gegen russische Energiequellen aufzuheben, während US-Vizepräsident James “JD” Vance Orbán vor der Wahl stärkt.
Europa leidet unter Energiekrise
Die Unterstützung des Stellvertreters von Präsident Donald Trump kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt vor den ungarischen Parlamentswahlen am kommenden Sonntag. Die Energiekrise verschärft sich durch die Störungen der Transportwege im Nahen Osten, insbesondere durch den Krieg im Iran, der die Schifffahrt durch den strategischen Straßenzugang des Hormuz und die Infrastruktur in Katar, dem zweitgrößten Flüssiggas-Exporteur der Welt, beeinträchtigt. Die europäischen Gaspreise stiegen seit Beginn des Konflikts um etwa 70 Prozent und drohen laut Goldman Sachs die Marke von 100 Euro pro Megawattstunde im Sommer zu überschreiten.
Ungarn und Slowakei scheren aus
Orbán hatte bereits Anfang März in einem Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen um die Aufhebung der Sanktionen gebeten, und am 4. April forderte er, wie berichtet, nach einem Treffen mit dem slowakischen Regierungschef Robert Fico, die EU müsse den Wiederaufbau der Druschba-Pipeline erzwingen und die Pläne zur Abschaffung der russischen Energiequellen fallen lassen.
EU-Kommission will nicht zurück zu russischer Energie
Mit der Aussage, dass Orbán “der einflussreichste Führer Europas in Bezug auf Energieunabhängigkeit” sei, unterstützte Vance bei seinem zweitägigen Besuch in Ungarn die Energiewende Orbáns, die auf russischen Importen beruht. Ungarns Abhängigkeit von Russland ist seit Beginn des Ukraine-Konflikts deutlich gestiegen: 93 Prozent der Ölimporte stammen jetzt aus Russland, gegenüber 61 Prozent im Jahr 2021. Die EU-Kommission reagiert mit der Warnung, dass eine Rückkehr zu russischen Lieferungen ein strategischer Fehler wäre, während Ungarn argumentiert, dass die aktuelle Energiestrategie gescheitert sei und Europa in eine wirtschaftliche Krise führt.
Während fünf EU-Finanzminister für eine Europa-weite Gewinnsteuer für Energiefirmen plädierten, um die Preiserhöhungen für Verbraucher zu mildern, drängen Orbán und Fico auf eine Wiederinbetriebnahme der russischen Energielieferungen. Die EU-Kommission hat die ungarischen Vorwürfe erwartungsgemäß zurückgewiesen und behauptet, dass eine Rückkehr zu russischen Energiequellen die Sicherheit der EU und ihrer Energiesysteme gefährden würde.


