Die FPÖ feiert in diesem Jahr ihr 70-jähriges Bestehen. Ein Blick zurück ins Gründungsjahr zeigt: Die Freiheit, im Namen der Partei verankert, wurde schon damals als höchstes politisches Gut definiert.
Als Gründungsdatum der Freiheitlichen Partei Österreichs gilt der 7. April 1956, als im Hotel „Weißer Hahn“ in Wien-Josefstadt der erste ordentliche Bundesparteitag abgehalten wurde. Das Parteiprogramm umfasste 15 Punkte – es reichte von Ablehnung jeder Form von staatlicher Bevormundung und totalitären Systemen über Leistungsgerechtigkeit, Schutz des Eigentums, Hilfe für Bedürftige, aber keine „Versorgungsmentalität“, bis zur Forderung nach einem schlanken Staat, effizienter Verwaltung, der Sicherung der Souveränität Österreichs und Unterstützung der Neutralität.
Bis heute Kampf gegen Bevormundung
Grundwerte also, die bis heute das Bild der Freiheitlichen prägen und sich in der Corona-Zeit, in der für Freiheit und gegen Bevormundung gekämpft wurde, aber auch in der Diskussion um die Neutralität widerspiegeln. Die Freiheit, vor allem die Freiheit des Individuums, aber auch die Freiheit der Gemeinschaft, des eigenen Volkes, stand und steht im Zentrum sämtlicher programmatischer Aussagen und Programme – bis heute.
Mit Kreisky in einer Regierung
Hatten die Gründungsväter noch das Ziel, den Wählern das sogenannte Dritte Lager als Alternative zu SPÖ und ÖVP anzubieten, gehörte die Partei 1970 erstmals einer Regierung an – und zwar der Minderheitsregierung von Bruno Kreisky (SPÖ). Im Jahr 2000 kam es dann unter dem damaligen ÖVP-Obmann Wolfgang Schüssel und FPÖ-Chef Jörg Haider, der die Blauen bei der Nationalratswahl auf 27 Prozent der Stimmen hievte und sie zur zweitstärksten Partei machte, zur ÖVP-FPÖ-Koalition.Â
Kickl und das blaue Wunder
Diese schwarz-blaue Koalition wiederholte sich im Jahr 2017 unter dem ÖVP-Obmann Sebastian Kurz und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der der ÖVP mit der „Ibiza-Affäre“ einen Grund lieferte, das Bündnis nach eineinhalb Jahren platzen zu lassen. Damals wurden die Freiheitlichen schon von vielen totgesagt, die Kronen Zeitung titelte voreilig: „FPÖ am Ende“. Doch was danach kam, könnte als blaues Wunder in die Geschichte eingehen. FPÖ-Bundesparteiobmann Herbert Kickl führte die Partei 2024 erstmals auf Platz eins von bundesweiten Wahlen – sowohl bei der EU-Wahl als auch bei der Nationalratswahl.
Eine Wahl vom Volkskanzler entfernt
Das Ende dieser Erfolgsstory muss aber offenbar noch geschrieben werden, denn seit sich ÖVP, SPÖ und Neos 2025 zu einer Dreierkoalition verschworen haben, um Kickl als Volkskanzler zu verhindern, thront dieser bei jeder Umfrage anscheinend uneinholbar auf dem ersten Platz. Mit derzeit rund 36 Prozent der Wählerstimmen ausgestattet, ist die Aussage von Herbert Kickl am Ostermontag im ORF durchaus nachvollziehbar, als er meinte: „Ich hoffe, dass die freiheitliche Partei auf Bundesebene das große Ziel erreichen kann, eine Regierung anzuführen – und zwar mit deutlicher Mehrheit. Ich glaube, dass wir nur noch eine Wahl davon entfernt sind“.


