Die ÖVP-geführte Bundesregierung posaunt seit Monaten den Stopp des Familiennachzugs als harten Kurs gegen unkontrollierte Zuwanderung. Innenminister Gerhard Karner spricht von einer „harten, aber gerechten und notwendigen Maßnahme“, die die Systeme entlaste und die öffentliche Ordnung schütze.
Was als Stopp verkauft wird, ist bloß eine Pause
Seit Juli 2025 gilt die Verordnung, die die Bearbeitungsfristen für Einreiseanträge von Angehörigen anerkannter Asyl- und subsidiär Schutzberechtigter hemmt. Im Dezember 2025 wurde sie um weitere sechs Monate bis Juli 2026 verlängert, maximal bis Ende September 2026 möglich. Das Parlament hält in seiner Korrespondenz fest: Die Anträge werden nicht abgelehnt, sie werden nur nicht bearbeitet. Danach müssen sie alle auf einmal durchlaufen. Die Folge? Ein potenzieller Knall im Herbst. Während Karner im November 2025 stolz verkündete, es habe nur eine einzige Einreise über den Familiennachzug gegeben, gegenüber 1.146 im November 2023, stapeln sich im Hintergrund die Akten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache
Offizielle BMI-Statistiken bestätigen den Rückgang tatsächlicher Einreisen. Im Januar und Februar 2026 kamen gerade einmal 21 Personen über den Familiennachzug (allesamt Härtefälle), ein Jahr zuvor waren es noch 294. Die Regierung jubelt: Systeme entlastet, Asylanträge auf Tiefststand. Doch genau diese Erfolgsmeldung enttarnt den Trick. Der Stopp verbietet keine neuen Anträge und schafft keinen dauerhaften Riegel. Er schiebt das Problem lediglich vor sich her. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz nennt das treffend „reines Blendwerk“ und warnt vor dem gesetzlich vorgesehenen Rückstau, der 2026 eine neue Einwanderungswelle auslösen werde. Selbst Verfassungsexperte Bernd-Christian Funk spricht von einem „Trick“.
Realität gegen Ankündigung
Die Bürger hören seit Jahren von sicheren Grenzen, konsequenten Abschiebungen und einer Politik, die endlich die Interessen Österreichs voranstellt. “Stattdessen erleben sie eine Regierung, die große Töne spuckt und dann auf Zeit spielt. Die 1.758 offenen Anträge sind kein Zufall, sondern das logische Ergebnis einer Politik, die den Konflikt mit der Realität scheut”, betonte Schnedlitz.


