In seiner ersten Prime-Time-TV-Ansprache an die Nation seit Beginn des Krieges hat US-Präsident Donald Trump gestern, Mittwoch, in Washington DC die Erfolge der US-Militäroperation gegen den Iran gelobt, gleichzeitig aber keinen klaren Zeithorizont für eine Beendigung des Konflikts angeben können. In der Folge sorgte seine Ansprache für sinkende Aktienkurse und einen spürbaren Anstieg der Ölpreise.
„Wir haben alle Karten, der Iran hat keine“
Trump sprach in seiner Rede über die „Operation Epic Fury“, die am 28. Februar gemeinsam mit Israel gestartet worden war. Er betonte, dass die US-Streitkräfte die iranische Marine und Luftwaffe zerstört, das ballistische Raketenprogramm sowie Teile des nuklearen Programms schwer beschädigt hätten. „We have all the cards. They have none“, erklärte er selbstbewusst. Ein konkretes Enddatum für den sich bereits in der fünften Woche befindlichen Krieg nannte er aber nicht. Der Job werde „very fast“ erledigt, verkündete er lediglich.
„Iran in die Steinzeit bomben“
Besonders scharf fiel seine Drohung gegen die iranische Führung aus: Sollte es in den nächsten zwei bis drei Wochen zu keiner akzeptablen Vereinbarung kommen, würden die USA die Stromerzeugung und die Öl-Infrastruktur des Iran angreifen, so der US-Präsident. „We’re going to hit them extremely hard over the next two to three weeks. We’re going to bring them back to the Stone Ages where they belong“, wird Trump von Medien zitiert.
Berichten zufolge heulten gleichzeitig zu seiner Rede in Doha und Tel Aviv die Luftschutzsirenen. Ein Zeichen, dass der Iran weiterhin in der Lage ist, Raketenangriffe auf die Region auszuführen.
Trump nimmt andere Länder in die Pflicht
Offene Probleme wie den genauen Status des angereicherten Urans und die vom Iran blockierte Straße von Hormuz spielte Trump herunter. Die strategisch wichtige Meerenge werde sich „natürlich wieder öffnen, sobald der Krieg vorbei sei”, versicherte er. Länder wie Japan, Südkorea, Frankreich und sogar China forderte er auf, selbst Verantwortung für die Sicherung der Route zu übernehmen. Schließlich würden sie doch am meisten vom Öltransport profitieren.
Dass die USA und Israel mit ihrer Bombardierung des Iran das Problem exklusiv selbst geschaffen haben, klammert der US-Präsident aber geflissentlich aus.


