Der aktuelle Bericht „KMU im Fokus 2025“ bestätigt, was viele Unternehmer längst spüren: Österreichs kleine und mittlere Unternehmen stehen massiv unter Druck.
Blumige Sonntagsreden
Mit mehr als 600.000 Unternehmen, rund 2,46 Millionen Beschäftigten und mehr als der Hälfte der gesamten Wertschöpfung tragen die KMU entscheidend zur österreichischen Wirtschaft bei.
Doch genau dieses Fundament, von der Regierung in Sonntagsreden als „Rückgrat der Wirtschaft“ gefeiert, wankt. Denn die reale wirtschaftliche Entwicklung ist rückläufig, die Beschäftigung geht zurück und das nominelle Wachstum entsteht primär durch steigende Preise.
Wachstum nur durch Teuerung
„Die Wirtschaft wächst nicht, sie wird teurer“, bringt es der freiheitliche KMU-Sprecher Michael Fürtbauer auf den Punkt.
Besonders kritisch sei dabei der internationale Vergleich: Österreichs KMU entwickeln sich schwächer als der EU-Durchschnitt, während gleichzeitig die Rentabilität sinkt.
Teure Energie und teure Arbeit
Auch strukturell zeigen sich Probleme. Zwar planen laut Bericht rund 46 Prozent der KMU weiteres Wachstum, doch gleichzeitig stehen viele Betriebe vor grundlegenden Herausforderungen.
So kämpfen Unternehmen quer durch alle Branchen mit steigenden Kosten, insbesondere bei Energie und Arbeit, sowie mit eingeschränktem Zugang zu Finanzierung und Fachkräften.
Zentrale Branchen unter Druck
In der Industrie bestehen zwar weiterhin hohe Innovationsraten, doch wird die Wettbewerbsfähigkeit zunehmend durch steigende Energiepreise und geopolitische Risiken belastet. Im Handel verschärft vor allem der internationale Online-Handel den Konkurrenzdruck erheblich. Auch die Bauwirtschaft steht seit Jahren unter Druck, da die Wertschöpfung real rückläufig ist und strukturelle Probleme die Entwicklung bremsen.
Die Herausforderungen betreffen längst nicht mehr nur einzelne Betriebe, sondern ganze Branchen.
Bürokratie, Kosten und Fachkräftemangel als Dauerproblem
Über alle Unternehmensphasen hinweg – von der Gründung bis zur Nachfolge – ziehen sich laut Bericht immer dieselben Problemfelder: Bürokratie, fehlendes Risikokapital, Fachkräftemangel und steigende Kosten.
Zwar verweist die Regierung auf Programme wie Digitalisierungsoffensiven oder Fördermaßnahmen, doch in der Praxis komme davon bei vielen Betrieben wenig an, so Fürtbauer. Ein besonders deutliches Beispiel sei der angekündigte Energiekostenzuschuss für 2025, der bislang nicht einmal beantragt werden könne.
Forderung nach sofortigen Maßnahmen
Für Fürtbauer ist klar:
Dieser Bericht ist kein Erfolgsnachweis, sondern ein Warnsignal.
Die Forderungen sind deutlich: weniger Bürokratie, niedrigere Lohnnebenkosten und leistbare Energie. Nur so könnten KMU wieder investieren und Arbeitsplätze sichern.


