Wenige Tage nach den jüngsten Kommunalwahlen in Frankeich zeigt sich ein deutlich erstarktes rechtes Lager.
Führend bei Umfragen zu Präsidentschaftswahl
Laut aktuellen Erhebungen liegt der Vorsitzende des Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, klar an der Spitze bei Umfragen zur Präsidentschaft, die 2027 neu gewählt werden wird.
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Weitere InformationenBei mehreren Umfrageinstituten erreicht er rund 35 bis 38 Prozent der Stimmen im ersten Wahlgang und verweist damit sämtliche Konkurrenten deutlich auf die hinteren Plätze.
Zersplittertes Kandidatenfeld schwächt Konkurrenz
Das Feld möglicher Herausforderer präsentiert sich hingegen stark geschwächt. Vertreter des pro-EU-Lagers und Linken – darunter Gabriel Attal, Raphaël Glucksmann oder Jean-Luc Mélenchon – bewegen sich meist nur im Bereich zwischen rund zehn und 15 Prozent. Auch konservative Kandidaten wie Bruno Retailleau bleiben deutlich zurück.
Philippe als stärkster Gegenspieler
Eine zentrale Rolle könnte lediglich Édouard Philippe einnehmen. Der ehemalige Premierminister wird als aussichtsreichster Kandidat des sogenannten „Zentralblocks“ gehandelt. Je nach Konstellation kommt er auf Werte zwischen etwa 20 und 25 Prozent und wäre damit Herausforderer Bardellas in der zweiten Runde.
Kommunalwahlerfolge stärken RN
Der Aufwärtstrend der Rechten wird durch die jüngsten Kommunalwahlen untermauert. Zwar blieb der große Durchbruch in den Metropolen aus, doch insbesondere in kleineren Städten konnte das Rassemblement National zahlreiche Bürgermeisterämter gewinnen.
Diese lokale Verankerung könnte sich langfristig als strategischer Vorteil erweisen.
Offene Fragen vor entscheidender Phase
Trotz klarer Tendenzen bleibt die Ausgangslage komplex. Unklar ist weiterhin, wer letztlich für die einzelnen politischen Lager antreten wird. Auch die rechtliche Situation rund um Marine Le Pen, die von Gerichts wegen aus dem Rennen genommen wurde, nachdem die Umfragen sie bereits als nächste Präsidentin gesehen hatte, könnte das Kräfteverhältnis noch beeinflussen.
Frankreich steuert auf eine Richtungsentscheidung zu. Während das rechte Lager so stark ist wie lange nicht, versuchen die anderen Kräfte, zumindest noch gemeinsam gegen den unaufhaltsamen, ja europaweiten Trend anzukämpfen, um an der Macht und dem Futtertrog zu bleiben.
