Volle Fahrt gegen die FPÖ samt kaum verborgener Faschismuskeule erlebten gestern, Dienstag, die Zuseher der ORF-Sendung „Report“, in der sich die Verantwortlichen nicht enblödeten, einen möglichen Absturz der FPÖ herbeizureden und kein Klischee auszulassen.
Die wenigen, noch verbliebenen ORF-Seher werden nach dieser Herabwürdigung der größten Oppositionspartei des Landes und des Siegers der letzten Nationalratswahl verstehen können, warum FPÖ-Chef Herbert Kickl den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mittlerweile meidet wie der Teufel das Weihwasser – und trotzdem erfolgreich ist.
Altgediente Funktionäre ausgegraben
Auch sonst dürfte dem ORF für den „Report“ kein anderer Blauer zur Verfügung gestanden haben, denn die Redaktion musste – wahrscheinlich, um vorgeblich einen Funken von Seriosität zu wahren – altgediente Ex-Funktionäre der Partei wie Andreas Mölzer, Norbert Steger oder Hubert Gorbach ausgraben, die man zu Wort kommen ließ.
Gorbach riet FPÖ, mehr Brücken zu bauen
„Report“-Chefin Eva Linsinger traf den früheren Vizekanzler Gorbach (damals BZÖ) im historischen Sitzungssaal des Parlaments, wo Gorbach dafür warb, dass die FPÖ zu den anderen Parteien Brücken bauen solle. Sonst aber sollten die Freiheitlichen von ihrer harten Oppositionsrolle nicht abweichen, die ja zu diesen noch nie da gewesenen Umfrage-Ergebnissen führen würden.
Spritpreisbremse als April-Scherz
Auf die Frage von Linsinger, ob die FPÖ bei der von der Regierung vorgeschlagenen Spritpreisbremse staatspolitische Verantwortung üben und mitstimmten solle, antwortete Gorbach:
Nein. Ich bin nicht der Meinung, dass die FPÖ staatspolitisch handeln würde, wenn sie einem 1.-April-Scherz zustimmt.
Diese zehn Cent Ersparnis für die Autofahrer wäre Mittwoch um 10 Uhr verkündet worden und sei bereits um 12 Uhr obsolet gewesen, weil der Preis schon wieder um sechs bis acht Cent gestiegen wäre, sagte Gorbach.
ORF-Seher merkten die Absicht und waren verstimmt
Schon der Titel der Reportage über die FPÖ („Am rechten Rand?“) ließ vermuten, in welche Richtung der ORF mit dieser Sendung gehen wollte. Von Jörg Haider bis Herbert Kickl wurde ein Bild gezeichnet, das von Skandalen wie die „Ibiza-Affäre“ oder die Spaltung der Partei am 7. September 2002 in der steirischen Stadt Knittelfeld geprägt gewesen sei. Viele der ORF-Seher bemerkten die Absicht und waren verstimmt.


