Großstädte mit ihrer großen migrantischen Wählerschaft und vielen Beamten wählen links. Alle kleinen Dörfer wollen auf keinen Fall genauso werden und wählen daher rechts.

24. März 2026 / 05:36 Uhr

Kommunalwahlen beendet: Rechte Parteien verdreifachen sich in den Gemeinden

Nach der ersten Runde der französischen Kommunalwahlen zeichnete sich der Trend bereits ab: Der rechtsnationale Rassemblement National (RN) und andere Rechtsparteien konnten ihre kommunale Basis deutlich ausbauen.

Starker Zugewinn an rechten Gemeinderäten

Allerdings nur in den ländlichen Gemeinden. Regierten sie im Jahr 2020 lediglich in zehn Gemeinden mit rund 850 Gemeinderäten in 56 Departements, sind es jetzt 71 Gemeinden mit mehr als 3.000 Gemeinderäten in 84 Departements.

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Paris entscheidet sich doch noch für Franzosen

Während sich die autochthone Bevölkerung in die ländlichen Regionen zurückzieht, werden die Städte immer bunter und damit linker. Nicht nur, was die Wähler betrifft, sondern auch die Kandidaten.

In der Hauptstadt Paris konnte sich der Franzose Emmanuel Grégoire gegen vier andere Kandidaten durchsetzen, darunter eine islamisch-marokkanische, eine islamisch-algerische und eine jüdisch-maghrebinischen Gegenkandidatin. Damit bleibt das Rathaus weiterhin in der Hand der Sozialisten.

Auch Marseille, Toulon oder Nîmes bleiben links

Auch in anderen Städten wie Marseille, Toulon oder Nîmes gelang es den RN-Kandidaten trotz starker Ausgangsposition nicht, die zweite Runde für sich zu entscheiden.

Auf linker Seite wurde die Hinwendung an die linksextreme La France Insoumise abgestraft. In mehreren Städten scheiterten solche Bündnisse deutlich, was die strategischen Spannungen innerhalb der Linken weiter verschärft.

Kommunen bleiben in der politischen Mitte

Als eigentliche Gewinner der zweiten Wahlrunde gehen damit die konservativen Les Républicains und Vertreter der politischen Mitte hervor. Sie bilden nach wie vor die zentrale Kraft auf kommunaler Ebene. Gleichzeitig bleibt das macronistische Lager insgesamt schwach verankert und spielt lokal weiterhin nur eine Nebenrolle.

Die Ergebnisse der Stichwahl bestätigen letztlich eine grundlegende gesellschaftliche Trennlinie: Der RN mobilisiert vor allem Wähler aus der Arbeiterschaft und aus ländlichen Regionen, wo die echten Franzosen leben, während in den Großstädten eine urbane und eingewanderte Wählerschicht dominiert, die überwiegend für linke oder zentristische Kandidaten stimmt.

Bedeutung für 2027

Die Partei Renaissance, einst gegründet von Präsident Emmanuel Macron, spielte – von wenigen Ausnahmen abgesehen – kaum eine Rolle. Schlechte Voraussetzungen für eine Fortsetzung von Macrons Politik.

Für die Präsidentschaftswahlen 2027 sind die Ausgangsbedingungen für die Rechte nicht schlecht: Der RN konnte seine lokale Basis stärken und gewinnt an politischem Gewicht, insbesondere im Hinblick auf zukünftige Senatswahlen. In Umfragen auf nationaler Ebene führend dürfte die Partei und ihr telegener Parteichef Jordan Bardella weiter Auftrieb gewinnen.

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