Der Sohn von FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker besucht die dritte Klasse einer HTL in St. Pölten und schreibt dort sehr gute Noten. Dennoch erhielt er einen Brief vom Sozialministerium, in dem ihm mitgeteilt wurde, er besuche angeblich keine Schule und gehe keiner Ausbildung nach, obwohl er minderjährig ist. Zudem wurde eine saftige Geldstrafe von bis zu 1.000 Euro angedroht. Hafenecker äußerte sich dazu nun in einer Videobotschaft zu der peinlichen Behördenpanne.
Hafenecker-Sohn aus dem System gefallen
Die Briefe hätten sich demnach gehäuft, er wertete das Vorgehen bereits als „Stalking“. Sein Sohn Bernhard sei ein ganz normaler Schüler an einer öffentlichen Bundesschule. Da der 17-Jährige eine Schülerfreifahrt erhält, weil er nicht in einer örtlichen Schule ist, hätte das System bereits auffallen müssen. Sein Sohn sei im Sozialministerium jedoch „einfach verschwunden“; man habe lediglich die Adresse gekannt und gewusst, dass er angeblich keiner Ausbildung nachgehe. Er sei überrascht, dass so etwas passieren könne, obwohl eigentlich alle Daten vorhanden seien.
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Weitere InformationenStrafandrohung in allerlei Sprachen
Besonders auffällig: Der Brief wurde in mehreren Fremdsprachen verfasst, darunter auch auf Arabisch und in anderen Sprachen. Zumindest ungewöhnlich sei das für den Nationalratsabgeordneten, da sein Sohn eigentlich ein Vorzeigeschüler in seiner Klasse ist.
Datenpanne hätte leicht vermieden werden können
Es sei offenbar großer Aufwand betrieben worden: Vermutlich sei dies über eine Koordinationsstelle im Sozialministerium nach Niederösterreich weitergeleitet worden, so die Vermutung. Insgesamt sei dies ein erheblicher Aufwand und hohe Kosten für einen Fall, der im digitalen Zeitalter leicht hätte überprüft werden können.
Causa zeigt überforderten Staat
Hafenecker frage sich, wie der Staat bei solchen Fällen den Überblick behalten könne, wenn nicht einmal klar sei, welche österreichischen Kinder eine HTL besuchen. Wenn die Behörden nicht einmal das könnten, woher wollten sie dann wissen, wer etwa Sozialmissbrauch betreibe oder das Finanzamt hintergehe, fragte er sich.
Das Problem sei kein Einzelfall, sondern Ausdruck eines Systems ohne ausreichende Übersicht. Die Causa zeige einen staatlichen Mangel an Struktur und Kontrolle im Jahr 2026. Wenn es wirklich darauf ankomme, seien die Grenzen offen, es gebe Gewalt auf offener Straße, Sozialmissbrauch sowie ein kollabierendes Bildungs- und Gesundheitssystem. Das sei das eigentliche Problem, nicht jedoch Schüler mit guten Zeugnissen, die fälschlicherweise als ausbildungsfrei gemeldet würden.
Behördenversagen aufgeklärt
Inzwischen ist die Datenpanne aufgeklärt: Die Untersuchung ergab, dass der Fehler ursprünglich von einer oberösterreichischen Schule verursacht wurde, die einen Schüler mit falscher Sozialversicherungsnummer und Geburtsdatum gemeldet hatte. Dadurch wurden die falschen Daten einem anderen, tatsächlich existierenden Schüler (nämlich Bernhard Hafenecker) zugeordnet.
Da Schulen Ausbildungsdaten weiterhin häufig über Sozialversicherungsnummern melden, konnte die Statistik Austria den Fehler nicht automatisch erkennen. Auf dieser Basis versendeten das Sozialministerium und die Koordinationsstelle Niederösterreich mehrere Schreiben und Terminangebote für Jugendcoaching, auf die zunächst keine Reaktion erfolgte.
In diesem Video spricht FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker über das bizarre Behördenversagen rund um seinen Sohn:
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