Die Ukrainer wollen offenbar die mutmaßlich beschädigte Erdölleitung Druschba (= Freundschaft), die Ungarn und die Slowakei versorgt, rein aus politischen Gründen nicht wieder in Betrieb nehmen. Diesen Verdacht hat heute, Montag, der ungarische Außenminister Péter Szijjártó geäußert.
Zu Verhandlungen nicht bereit
Auf seiner Facebook-Seite schrieb er, dass es offenkundig Ziel der Regierung von Wolodymyr Selenskyj sei, „uns dumm aussehen zu lassen“. Die Ukrainer seien nicht bereit gewesen, zum heutigen Treffen mit den slowakischen und ungarischen Energieministern nach Brüssel zu kommen. Und das, nachdem eine ungarische Delegation dreieinhalb Tage in Kiew verbracht habe, um den Dialog mit ihnen zu suchen.
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Weitere InformationenEU-Kontrolleure dürfen nicht zur Inspektion
Szijjártó behauptete, dass alle Anfragen für ein Treffen sowohl in Kiew als auch in Brüssel zurückgewiesen werden. Ebenso soll es EU-Kontrolleuren nicht erlaubt worden sein, vor Ort zu reisen und sich die Ölpipeline anschauen zu können. Der ungarische Außenminister sagte: „So sehr sie es auch versuchen: Wir werden uns verteidigen“. Damit meinte Szijjártó wohl, dass die Ukraine Ungarn von der Energielieferung abschneiden will.
Reserven für 86 Tage
Man würde aber über genügend Reserven für 86 Tage verfügen, „weil wir verantwortungsvoll wirtschaften und die Benzinpreise unter Kontrolle halten. Aber jeder sollte sich merken, so verhalten sich die Ukrainer uns gegenüber“, sagte Szijjártó.
Ungarn blockiert 90-Milliarden-Euro-Kredit
Ungarn machte seinerseits klar, den geplanten EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro weiterhin zu blockieren, solange kein Öl durch die Druschba-Pipeline geleitet werde. Das sagte Außenminister Peter Szijjarto in Brüssel.
Seit Ende Jänner fließt kein russisches Öl mehr durch die Leitung nach Ungarn und in die Slowakei. Die Regierung in Kiew macht einen russischen Angriff in der Westukraine für den Ausfall verantwortlich, während die Slowakei und Ungarn der Ukraine die Schuld geben.
