ORF, Ein Jahr Regierung

Im Fernsehen gaben sich die Parteichefs der Verlierer-Ampel noch harmonisch, aber jetzt sollen SPÖ und Neos auf die ÖVP stinksauer sein.

11. März 2026 / 05:46 Uhr

Harmonie nur Fassade: In der Verlierer-Ampel knirscht es gewaltig im Gebälk

Der betont harmonische Auftritt der Verlierer-Ampel anlässlich des einjährigen Jubiläums war offenbar nur Fassade. Hinter den Kulissen der Dreierkoalition knirscht es gewaltig im Gebälk. Gegenseitige Attacken auf Personalentscheidungen stören das Koalitionsklima. 

“Wie die ÖVP ihre Koalitionspartner foult”

Die Kronen Zeitung ging gestern, Dienstag, wegen der unüberhörbaren Misstöne in der Regierung auf die Kanzlerpartei los. Unter dem Titel „Wie die ÖVP ihre Koalitionspartner foult“ kritisierte das Kleinformat die schwarzen Wortmeldungen zur Postenbesetzung der Neos, die den früheren pinken Nationalratsabgeordneten Gerald Loacker mit einem lukrativen EU-Job versorgen wollen. Wie berichtet, soll Loacker Mitglied des Europäischen Rechnungshofs werden. Die Krone deutete die ÖVP-Angriffe auf die Neos als Retourkutsche dafür, dass die Pinken sich despektierlich zum „Postenschacher-Prozess“ des schwarzen Klubchefs August Wöginger geäußert hatten. 

Unzensuriert Radio-Empfehlung:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

“Hände falten, Goschn halten”

Dass die ÖVP mit ihren Koalitionspartnern noch nie zimperlich umgegangen ist, braucht keinen zu wundern. Das Motto „Hände falten, Goschn halten!“ (Diese Maxime wurde Alt-Kanzler Wolfgang Schüssel zweck Unterdrückung innerparteilicher Kritik unterstellt) passt gut zu einer Partei, die zur Machterhaltung auch vor brutalen Diffamierungen nicht zurückschreckt. Man erinnere sich nur an die von der ÖVP hochgespielten, angeblichen „Liederbuch-Affäre“ gegen den heutigen LH-Stellvertreter in Niederösterreich, Udo Landbauer (FPÖ). 

Kickls Vorahnung stellte sich als richtig heraus

Nicht von ungefähr kam von FPÖ-Chef Herbert Kickl bei den Koalitionsgesprächen mit der ÖVP daher die Aufforderung an Christian Stocker und Co. „ehrlich“ zu verhandeln. Im Nachhinein sollte sich herausstellen, dass Kickls – von den ÖVP-Granden schwer kritisierte – Botschaft an den möglichen, künftigen Regierungspartner eine wohl richtige Vorahnung war. 

SPÖ trägt Schuld an ÖVP-Macht

Dass jetzt wegen der Fouls nicht nur die Neos auf die ÖVP sauer sind, sondern auch die SPÖ, wie die Kronen Zeitung in ihrem Artikel behauptet, hat einen schalen Beigeschmack. Denn die Roten tragen mit ihrer Ausgrenzungspolitik gegen die Freiheitlichen die Hauptschuld am Desaster, dass die ÖVP – egal wie die Wahlen auch ausgehen – immer in der Regierung sitzt. Dabei wäre es an der Zeit, der Kanzlerpartei einmal die rote Karte zu zeigen und sie vom politischen Spielfeld auszuschließen. 

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Politik aktuell

11.

Mrz

08:55 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief

Unzensuriert Video-Empfehlung:
1 Jahr Regierung - die Bilanz ist verheerend.
Klicken um das Video zu laden
Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.