Eigentlich hat SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler in der Kronen Zeitung ein Dauer-Abo für den „Kasperl der Woche“. Doch diesmal stahl ihm ein enger Parteifreund, Finanzminister Markus Marterbauer, diese Krone.Â
“Der skurrilste Abend meiner Amtszeit”
Marterbauer, der angekündigt hatte, die Bundesregierung zu verlassen, wenn Babler nicht mehr Parteichef wäre, hat sich die unrühmliche Kasperl-Ehrung mit einer fragwürdigen Aussage verdient. Wie berichtet, hatte der SPÖ-Finanzminister über seinen Besuch bei der Landeshauptleutekonferenz im November in der Steiermark gesagt:
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Weitere InformationenDas war der skurrilste Abend meiner Amtszeit. Dort wird weniger verhandelt als gegessen und getrunken.
Zur Vorspeise angereist, nach dem Dessert abgereist
Das sorgte bei den Länderchefs für große Empörung – und der Tiroler Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) stellte die Situation ganz anders dar. Wörtlich meinte dieser:
Der Finanzminister ist bei einer zweitägigen Länderkonferenz zur Vorspeise angereist und nach dem Dessert wieder abgereist. Nun beschwert er sich, dass er statt zu verhandeln nur gegessen und getrunken hat.
“Eine unfassbare Entgleisung”
Skurril sei also die Behauptung des Ministers, meinte deshalb Oberösterreichs Landeschef Thomas Stelzer (ÖVP). Der steirische Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ) bezeichnete die Aussagen von Marterbauer als „eine unfassbare Entgleisung“. Außerdem sei diese flapsige Wortmeldung unwahr: Denn die Landeshauptleute und Regierungsvertreter hätten nach dem Abendessen noch lange ein Papier zur Reformpartnerschaft bearbeitet, während Marterbauer nach der Nachspeise zurück nach Wien gereist sei.Â
Kunasek fordert zudem eine Entschuldigung des SPÖ-Finanzministers. Sein Amtskollege Mattle in Tirol will Marterbauer bei der nächsten Landeshauptleutekonferenz nicht mehr einladen.Â
