In Graz steht ein Geschworenenprozess wegen versuchter Morde im Mittelpunkt, der aus Straßenschlachten zwischen verfeindeten syrischen Clans um Weihnachten 2024 hervorgegangen ist.
Vorwurf der Mordversuche
Fünf junge Syrer im Alter von 16 bis 27 Jahren, darunter drei Brüder, müssen sich vor dem Straflandesgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft vier der Angeklagten schwere Mordversuche vor, nachdem es in der Innenstadt zu brutalen Auseinandersetzungen mit Dutzenden Beteiligten gekommen war.
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Weitere InformationenEisenstangen, Holzlatten und Schreckschusspistolen
Der Konflikt war durch einen Eifersuchtsstreit um eine Österreicherin entbrannt, die von einem 25-jährigen Syrer umworben wurde, während sie bereits mit einem Mitglied der rivalisierenden „505“-Bande liiert war. Als Rache prügelten Angehörige der 505er den Bruder des 25-Jährigen kurz vor Weihnachten zusammen. Am 25. Dezember 2024 kam es daraufhin in der Grazer Innenstadt zu Messerstechereien und Schlägereien mit Eisenstangen und Holzlatten. Verstärkung aus Wien und Innsbruck traf ein, um „den Stress zu klären“.
Die Opfer erlitten schwere Stichwunden, darunter ein 18-Jähriger im Rücken und ein 16-Jähriger im Gesäßbereich; weitere Jugendliche wurden mit Schreckschusswaffen bedroht und geschlagen. Die Staatsanwältin betonte: „Eine Gewalt in derartigem Ausmaß ist für Graz beispiellos.“ Insgesamt wurde gegen 44 Personen ermittelt, sechs Festnahmen folgten rasch, einige in Innsbruck.
Angeklagte fühlen sich unschuldig
Die Angeklagten – teils vorbestraft, wie der 18-Jährige Syrer wegen Raubes, der seit 2022 in Österreich lebt – geben nur geringe Beteiligung zu oder leugnen alles. Der Erstangeklagte sagte: „Wir wollten nur den Stress klären. Durch Reden.“
Viele Zeugen, langer Prozess
Fünf Verhandlungstage sind geplant, da zahlreiche Zeugen gehört werden müssen. Drohen tun Haftstrafen von einem bis 20 Jahren, im Extremfall lebenslang.
