Im Bild Bundeskanzler Christian Stocker (m.), Vizekanzler Andreas Babler (l.) und Bundesministerin Beate Meinl-Reisinger (r.) beim Doorstep.

Allein im vierten Quartal – also in den Monaten Oktober, November und Dezember – gaben die Ministerien der Bundesregierung insgesamt 27,92 Millionen Euro für externe Verträge und Beraterleistungen aus.

23. Feber 2026 / 08:20 Uhr

Teure Ratschläge für Verlierer-Ampel: 300.000 Euro täglich für externe Berater

Die Ausgaben der Bundesregierung für externe Berater erklommen zum Jahresende 2025 neue Höhen.

Mächtige im Beratungsrausch

Allein im vierten Quartal – also in den Monaten Oktober, November und Dezember – gaben die Ministerien der Bundesregierung insgesamt 27,92 Millionen Euro für externe Verträge und Beraterleistungen aus.

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Das ist ein Plus von mehr als elf Millionen Euro gegenüber dem Vorquartal. Umgelegt auf den Tag bedeutet das: Rund 300.000 Euro täglich fließen aus dem Steuertopf an externe Firmen. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz spricht von „schamloser Geldverprasserei auf Kosten der Steuerzahler“.

Staat als Selbstbedienungsladen für SPÖ und ÖVP

Offengelegt wurden die Zahlen durch eine Serienanfrage von Justizministerin Alma Zadić (Grüne).

Besonders tief in die Tasche griff das Arbeitsministerium unter Korinna Schumann (SPÖ) mit 8,1 Millionen Euro, gefolgt vom schwarzen Finanzministerium mit 5,9 Millionen und dem ebenfalls schwarzen Verteidigungsministerium mit 5,8 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium (ÖVP) überwies 2,8 Millionen Euro an externe Berater und Auftragnehmer, darunter knapp 20.000 Euro für Textierung und Grafik der „Industriestrategie der Bundesregierung“ und teilweise an einen ORF-Publikumsrat aus dem ÖVP-Freundeskreis. Auch das von der SPÖ geführte Justizministerium liegt mit mehr als einer Million Euro für externe Beratung hoch im Kurs.

Politische Aufgaben ausgelagert

Sparen kennt die Regierung offensichtlich nur bei den Österreichern. Trotz Budgetloch greift sie nicht auf die vorhandenen (!) zehntausenden Beamten und deren Expertise zurück, sondern auf externe Hilfe.

Offenbar wissen die politisch Verantwortlichen vielfach nicht mehr weiter, wollen sich nicht anstrengen oder vertrauen ihren eigenen Apparaten und Beamten nicht mehr.

Vergleich mit Obdachlosenhilfe

28 Millionen Euro in drei Monaten – rechnerisch mehr als 300.000 Euro pro Tag – stellt Schnedlitz dem Schicksal von rund 20.000 Obdachlosen gegenüber, die in Österreich ihr Dasein auf der Straße fristen. Mit diesem Betrag könne man, so Schnedlitz, „unsere Obdachlosen tagtäglich mit warmem Essen zu je 15 Euro versorgen“.

Jeder Euro, der „in diesen Berater-Dschungel“ fließe, fehle bei Familien, Pensionisten und im Sicherheitsbudget. Die Freiheitlichen verlangen ein sofortiges Ende der „Exzesse“.

ÖVP macht sich auch anderswo den Staat zur Beute

Doch das Berater-Unwesen beschränkt sich längst nicht auf die Bundesregierung. Auch in der ÖVP-nahen Wirtschaftskammer feiert es seine fröhlichen Urständ.

Unter der neuen Präsidentin Martha Schultz hat die Kammer eine externe Prüfung durch die Beratungsgesellschaft KPMG beauftragt, veranschlagt mit rund 675.000 Euro netto. Schon zuvor hatten Pläne, die Gagen für Spitzenfunktionäre massiv zu erhöhen, für Empörung gesorgt. Für die FPÖ bestätigt der Millionenauftrag nur, dass der „gierige schwarze Systemapparat“ in der Wirtschaftskammer unverändert weiterlaufe.

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