In den “Epstein-Files” tauchen spektakuläre Funde auf, die nun auch österreichische Behörden und Politiker unter Druck setzen.

21. Feber 2026 / 08:35 Uhr

Spuren führen nach Wien: Was steckt hinter “Fake”- Pass und politischen Netzwerken?

Österreich gerät in der Causa Epstein immer mehr in den Fokus. Die FPÖ erhöht den Druck und fordert eine schonungslose Aufklärung des Falls. 

Aus den vom US-Justizministerium veröffentlichten “Epstein Files”, einem gewaltigen Aktenberg rund um den verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, taucht ein spektakulärer Fund auf, der nun auch österreichische Behörden unter Druck setzt. Während Länder wie Frankreich bereits Sondereinheiten einsetzen und neue Ermittlungen starten, herrscht in Österreich bislang offiziell Zurückhaltung.

Ist Österreich dabei oder mittendrin?

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Brisant ist auch der Blick auf Epsteins internationale Kontakte mit Österreich-Bezug. Trotz seiner Verurteilung als Sexualstraftäter im Jahr 2008 reiste Jeffrey Epstein weiterhin international und hielt sich Medienberichten zufolge auch danach mehrfach in Europa auf. Sein Umfeld und Mailverkehr zeigen zudem eindeutige Österreich-Bezüge. Zusätzliche Aufmerksamkeit erregen nun veröffentlichte E-Mails aus den Epstein Files: In einer Nachricht aus dem Jahr 2012 ist von einem Skiurlaub im Montafon die Rede, verbunden mit dem Hinweis auf zwei damals 15-jährige Schweizer Jugendliche, die als „very obedient“ (sehr gehorsam) beschrieben werden. Vor dem Hintergrund von Epsteins bekannten Straftaten erhält diese Wortwahl besondere Brisanz. Auch Zürs am Arlberg wird im Mailverkehr erwähnt. Ob Epstein selbst tatsächlich vor Ort war, ist nicht eindeutig belegt, doch die Nennung konkreter Vorarlberger Wintersportorte verleiht der Affäre einen unmittelbaren und politisch heiklen Österreich-Bezug.

Gefälschter Pass in New York gefunden mit Wiener Spur

In den veröffentlichten Akten findet sich ein brisantes Detail: 2019 entdeckten FBI Ermittler in einem Safe in Epsteins New Yorker Stadthaus einen österreichischen Reisepass. Das Dokument war auf den Namen Marius Fortelni ausgestellt, trug jedoch Epsteins Foto. Laut Medienberichten soll der Pass in Wien ausgestellt worden und 1987 abgelaufen sein. Österreichische Register weisen allerdings keine offizielle Ausstellung dieses Dokuments aus. Behörden gehen daher davon aus, dass es sich um eine Fälschung handelt.

Heikle politische Fragen

Nach bisherigem Kenntnisstand gibt es keine Hinweise darauf, dass Epstein mit diesem Pass nach Österreich eingereist ist. Dennoch sorgt allein die Existenz eines solchen Dokuments für massive politische Fragen. Wie gelangt ein gefälschter österreichischer Pass in den Besitz eines international vernetzten Sexualstraftäters? Gab es Helfer, Kontakte oder strukturelle Lücken?

FPÖ greift Regierung frontal an

Die Freiheitlichen wittern Aufklärungsbedarf und üben scharfe Kritik an der Bundesregierung. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz wird in einer Aussendung deutlich. Wörtlich heißt es: 

Es kann nicht sein, dass es weltweit zu Festnahmen und Rücktritten kommt, während in Österreich im Zusammenhang mit den Epstein-Files beinahe aktiv und demonstrativ weggeschaut wird (……)  Es geht um schwere Verbrechen, möglicherweise um organisierte Kriminalität und um mutmaßliche Verbindungen nach Österreich: Teils sogar in Richtung von Ministerien, anderer offizieller und privater Institutionen sowie bis hinein in die österreichische Politik.

Schnedlitz fordert konkrete Ermittlungen und eine umfassende Auswertung aller relevanten Unterlagen. Andere europäische Länder würden laut FPÖ vorzeigen, wie rechtsstaatliche Aufarbeitung funktioniere, während man in Österreich bislang keine vergleichbare Dynamik erkenne.

Österreich im internationalen Schatten

International sorgt der Epstein-Komplex weiterhin für politische Beben. Neue Dokumente, neue Namen, neue Verbindungen. In mehreren Staaten werden mögliche Netzwerke rund um Menschenhandel, Geldflüsse und politische Kontakte untersucht. Dass nun ein österreichischer Pass in den Akten auftaucht, rückt die Republik unweigerlich ins Rampenlicht.

Ob sich hinter dem Wiener Dokument mehr verbirgt als eine isolierte Fälschung, ist offen. Klar ist jedoch: Die politische Debatte hat begonnen. Und der Druck auf Justiz und Innenministerium wächst.

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