Strom

Wie erwartet wurde Berlin am Wochenende von mehreren Stromausfällen heimgesucht. Doch anstatt das Problem zu lösen, wird behauptet, dass das schon immer so war. Nur: Macht es das besser?

17. Feber 2026 / 12:50 Uhr

Erneute Stromausfälle: 711 Haushalt und 70 Gewerbebetriebe betroffen

Wie von Unzensuriert erwartet, gab es am Wochenende erneut mehrere Stromausfälle in der BRD-Hauptstadt. Diesmal erwischte es laut B.Z. und Berliner Kurier unter anderem ganze “711 Haushalte und 70 Gewerbeeinheiten” in Berlin-Mitte.

Wedding, Neu-Hohenschönhausen und Tempelhof

Die Störung im Stromnetz begann am Sonntagabend gegen 19.30 Uhr. Ungefähr um 21:00 Uhr war sie wieder behoben. Allerdings gab es nicht nur den einen Stromausfall in Berlin-Mitte. Der B.Z. zufolge gab es am Sonntagmorgen gegen 08:30 Uhr “eine Störung in Teilen von Berlin-Wedding”, die dann ungefähr um 10:00 Uhr behoben war.

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Ungefähr um 01:30 Uhr war der Strom in der Nacht zum Sonntag “in Neu Hohenschönhausen ausgefallen. Etwa eine Stunde später war das Problem dann wieder behoben”. Die Ausfälle beschränkten sich nicht nur auf den Sonntag. Auch am Samstag hatte es in Tempelhof etwa zwischen 07:00 und 08:00 Uhr am Morgen einen Stromausfall gegeben.

Sinnloses Schönreden der Ausfälle

Unzensuriert zitiert hier als Quellen die B.Z. und den Berliner Kurier. Während die B.Z. schlicht und einfach berichtet, was passiert ist, versucht der Berliner Kurier gegenüber den Bürgern die Vorfälle schönzureden. Dort wird behauptet: “Am Sonntagabend hat es einen Stromausfall in Berlin-Mitte gegeben, von dem 700 Haushalte betroffen waren. Am selben Wochenende gab es auch Blackouts in Teilen von Berlin-Wedding und in Neu-Hohenschönhausen. Zusammen mit dem großen Stromausfall im Südwesten der Stadt nach dem Brandanschlag Anfang des Jahres wirkt es so, als würde Berlin in einer waschechten Stromkrise stecken! Doch laut Stromnetz Berlin ist das alles ganz normal.”

Diese unhaltbaren Zustände werden den Berlinern nun also als “ganz normal” verkauft. Argumentiert wird damit, dass es pro Jahr “in Berlin durchschnittlich zwischen 1.900 und 2.000 solcher Störungen” gibt. Und: “Das ist so ein statistisches Mittel der letzten 10, 20 Jahre auf jeden Fall. Nichts Ungewöhnliches”. 2.000 Stromausfälle in Teilen Berlins pro Jahr sollen also “normal” sein. Seltsam, denn schaut man sich die Webseite Stromausfall.org an, stellt man fest, dass andere Millionen-Stadtstaaten wie Hamburg 2025 “nur” 429 hatten. Bremen hatte 117 und Berlin hatte dieser Webseite zufolge 1.647. Das sind weniger als der beim Berliner Kurier behauptete Durchschnitt, aber trotzdem sehr viele. Sogar Flächenländer wie Sachsen-Anhalt (989) und Schleswig-Holstein (1045) haben weniger Ausfälle als Berlin. Die Hauptstadt hat also ein Problem, welches man lösen anstatt schönreden sollte.

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