Frankreich schaut nicht länger zu, wie die Geburtenzahlen weiter sinken.
Brief zur Bewusstmachung
Ab Sommer 2026 wird die französische Regierung allen Menschen, die 29 Jahre alt werden, einen Informationsbrief zur Fruchtbarkeit schicken. Ziel sei es, das Ja zu eigenen Kindern zu erleichtern und spätere Reue („Hätte ich das früher gewusst“) zu vermeiden.
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Weitere InformationenMit dieser offiziell vom Gesundheitsministerium initiierten Kampagne will Paris die Erwachsenen frühzeitig über die natürliche Abnahme der Fruchtbarkeit im Alter, mögliche Optionen zur Familienplanung sowie moderne Verfahren wie das Einfrieren von Eizellen und Samen sachlich aufklären.
Neuer Ansatz: Aufklärung statt Geldgeschenke
Die Initiative ist Teil eines umfassenden 16-Punkte-Plans zur Stärkung der Geburtenrate in Frankreich, der neben der Informationskampagne auch eine Ausweitung der Möglichkeiten zur Eizell- und Samenkonservierung, frühere Diagnosen von Fruchtbarkeitsstörungen sowie verbesserte Aufklärung über reproduktive Gesundheit vorsieht.
Laut französischem Gesundheitsministerium soll der Brief neutral und faktenbasiert gestaltet werden – ohne direkten Druck, aber mit dem erklärten Ziel, „französische“ Kinder zu bekommen.
Österreich: Zahlen zeigen dringenden Handlungsbedarf
Auch in Österreich sorgt die demografische Entwicklung für größte Besorgnis. Die Gesamtfertilitätsrate – also die durchschnittliche Zahl der Kinder pro Frau im Laufe ihres Lebens – ist 2024 auf nur noch 1,31 gesunken.
Damit liegt Österreich deutlich unter dem sogenannten Ersatzniveau von etwa 2,1 Kindern pro Frau, welches notwendig wäre, um ohne Zuwanderung eine stabile Bevölkerung zu erhalten.
Deutlich weniger Kinder als Sterbefälle
Die Daten der Statistik Austria zeigen, dass 2024 nur 76.873 Kinder geboren wurden, während gleichzeitig 87.407 Menschen verstarben.
Besonders auffällig: Das durchschnittliche Geburtsalter steigt weiter, und Frauen bekommen ihr erstes Kind heute im Schnitt deutlich später als noch vor einer Generation. Die Kombination aus Berufstätigkeit, Ausbildung, Wohn- und Lebenshaltungskosten sowie schwieriger Vereinbarkeit von Familie und Beruf verschiebt Familiengründungen häufig in spätere Lebensjahre – oft länger als biologisch günstig.
Chancen für Österreich: Lernen von Frankreich
Die französische Initiative, aufklärend und zeitgerecht junge Erwachsene anzusprechen, ist ein mutiger und pragmatischer Schritte. In der französischen Tradition einer geburtenfördernden Politik setzt sie auf wissenschaftlich fundierte Informationen, frühe Sensibilisierung und die Betonung von Selbstbestimmung und verzichtet auf finanzpolitische Instrumente. Denn die Entscheidung für Kinder ist vor allem eine persönliche.
