Polit-Beobachter haben sich gewundert, wie die ÖVP vorige Woche ausgerechnet nach der viel kritisierten Rede von Kanzler Christian Stocker plötzlich auf 24 Prozent der Wählerstimmen kommen konnte. In dieser Woche kam nun das Böse erwachen – aber nicht nur für die ÖVP.
FPÖ und Kickl weiterhin souverän auf Platz eins
Laut der Lazarsfeld-Umfrage für Oe24 legt die FPÖ einen Punkt im Vergleich zur Vorwoche zu und wäre mit 36 Prozent klar die Nummer eins, wenn morgen, Sonntag, Nationalratswahlen wären. Die Ampel verliert dramatisch: Die ÖVP kommt nur noch auf 21 Prozent, die SPÖ auf 19 und die Neos rutschen auf sieben Prozent ab. Die Grünen halten bei neun Prozent – und Überraschung: Die Kommunisten würden laut dieser Umfrage auf fünf Prozent kommen und ins Parlament einziehen. Souverän ist FPÖ-Chef Herbert Kickl weiterhin in der Kanzlerfrage. Aktuell kommt er auf 34 Prozent (Plus zwei). Im Vergleich: Stocker würden lediglich zwölf Prozent zum Kanzler wählen.
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Weitere InformationenVerlierer-Ampel verliert Mehrheit
Das plötzliche Hoch der KPÖ ist auch Hauptgrund dafür, warum die Ampel-Koalition ihre Mehrheit verlieren würde. ÖVP, SPÖ und Neos zusammen kämen nur noch auf 89 Mandate, aber zum Regieren sind 92 notwendig.
SPÖ verliert Wähler auch am linken Rand
Dass die KPÖ in der aktuellen Sonntagsfrage den Sprung in den Nationalrat schaffen würde, ist auch deshalb verwunderlich, weil die SPÖ mit Andreas Babler an der Spitze einen noch nie da gewesenen Linkskurs fährt – aber trotzdem am linken Rand Wähler verliert.
Sozialisten ruinieren sich Kandidaten selbst
Möglich, dass die Diskussion um die Parteispitze – das ausgerufene Duell zwischen Babler und Alt-Kanzler Christian Kern – dieses Strohfeuer bei den Kommunisten entfacht hat. Politikberater Thomas Hofer sagte gestern, Freitag, auf ATV, „wenn man einen Parteivorsitzenden ruinieren will, dann macht man das genau so wie die SPÖ“.
Hofer kritisierte in diesem Zusammenhang vor allem die Absage von Kern auf Facebook, der dort bekannt gegeben hatte, nicht mehr als Kandidat für den SPÖ-Chef zur Verfügung zu stehen. „Er begann in seinem Kommentar damit, die Welt retten zu wollen und teilte dann mit, dass er am kommenden Parteitag deshalb nicht kandidieren wolle, weil es im Vorfeld Indiskretionen nach Gesprächen gegeben habe“, so Hofer. „Und was hat der SPÖ das alles gebracht?“
