1978 sang die DDR-Rockband Karat das Lied “Über sieben Brücken musst du gehen”, und 1980 wurde es durch eine Coverversion von Peter Maffay weltweit berühmt. Am anderen Ende der Welt werden Kanadas Politiker bald eine Brücke weniger haben. Sollte US-Präsident Donald Trump die linke Regierung in Ottawa richtig ärgern wollen, könnten seine Grenzschützer ja dieses deutsche Lied über die Grenzbrücke erschallen lassen.
Trump droht mit Nicht-Freigabe
Hintergrund dieser scherzhaften Anfangsbemerkung ist die Tatsache, dass Trump den Handelskonflikt mit Kanada weiter verschärft und mit der Blockade einer neuen Grenzbrücke zwischen beiden Ländern gedroht hat. Kurz vor der geplanten Eröffnung erklärte Trump, er werde das Bauwerk nicht freigeben, solange Kanada die Vereinigten Staaten nicht fair behandle. In einem Beitrag auf Truth Social warf Trump der kanadischen Regierung vor, die USA jahrzehntelang benachteiligt zu haben. Nun wende sich das Blatt zugunsten der Vereinigten Staaten.
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Weitere InformationenQuerung des Detroit River gefährdet
Gleichzeitig forderte der US-Präsident dem Spiegel zufolge, die Brücke müsse zumindest zur Hälfte den Vereinigten Staaten gehören. Man werde umgehend Gespräche aufnehmen. Konkrete Bedingungen nannte Trump nicht. Bei dem Projekt handelt es sich um die “Gordie Howe International Bridge”, die den Detroit River überspannt und die kanadische Stadt Windsor mit der US-Stadt Detroit im Bundesstaat Michigan verbindet. Das Bauwerk soll auch für Fußgänger und Radfahrer freigegeben werden. Die Eröffnung der sechsspurigen Brücke ist noch für dieses Jahr vorgesehen, und Meldungen aus Ottawa zufolge trägt Kanada die Baukosten und will diese über Mautgebühren wieder hereinholen.
Trump kritisiert Annäherung an China
Außerdem kritisierte Trump, dass beim Bau keine amerikanischen Produkte wie Stahl verwendet worden sind. Außerdem griff er Kanadas Premierminister Mark Carney wegen dessen jüngster Annäherung an China in Handelsfragen an. Bereits zuvor hatte Trump mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf kanadische Waren sowie mit Strafzöllen auf Flugzeugimporte gedroht. Die Zukunft wird zeigen, ob und, wenn ja, wie der Konflikt wieder entschärft werden kann.
