Hinter dem Treiben eines Handy-Verbots für Jugendliche stehen sehr unterschiedliche Interessen.

24. Jänner 2026 / 12:17 Uhr

Social Media-Verbot: Klares Ja von SPÖ, Absage an Verbots-Phantasien von FPÖ

Erst vor wenigen Tagen hatte eine Umfrage unter mehr als 8.000 Schülern in Österreich gezeigt, dass Jugendliche im Jahr 2025 im Schnitt 190 Minuten pro Tag am Smartphone verbrachten.

Sinkende Tendenz

Im Jahr davor waren es noch 221 Minuten gewesen. Auch die Nutzung sozialer Netzwerke sei demnach von 96 auf 80 Minuten täglich zurückgegangen, wohl wegen des seit Mai 2025 österreichweit geltenden Handyverbots in den ersten acht Schulstufen.

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Weil gleichzeitig die psychischen Erkrankungen in der jungen Alterskohorte zunehmen, ringen viele Länder mit dem Umgang der Handynutzung und der Sozialen Medien bei Jugendlichen. Doch das dürfte nicht der Hauptgrund sein. Vielfach geht es darum, die jungen Menschen im Sinne der Regierungen bei der Stange zu halten und die freie Informationsmöglichkeit zu unterbinden.

SPÖ für EU-Lösung

In der Bundesregierung drängt insbesondere Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ) auf Verbot. Innerhalb der Koalition bestehe grundsätzlich Einigkeit darüber, dass Handlungsbedarf bestehe.

Den Schwarzen Peter eines Verbots will er Brüssel zuschieben. Doch sollte eine EU-weite Regelung nicht bald zustande kommen, müsse Österreich selbst handeln, lautet seine Linie.

Neos: Gesellschaftspolitisch links

Unterstützung kommt aus dem Bildungsressort: Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) hält ein Verbot für Minderjährige grundsätzlich für sinnvoll, um sie vor Suchtpotenzialen und negativer Einflussnahme zu schützen.

Gleichzeitig verweist er auf die rechtlichen Grenzen nationaler Alleingänge. Durch bestehende EU-Regelungen wie den Digital Services Act (DSA) sei eine wirksame Umsetzung ohne europäische Abstimmung kaum möglich. Aus dem Büro von Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) gab es zuletzt keine Stellungnahme.

FPÖ für Freiheit

Scharfe Ablehnung kommt von der FPÖ. Generalsekretär Christian Hafenecker spricht von einem massiven Angriff auf das Recht junger Menschen auf freie Information. Ein Social-Media-Verbot sei kein Jugendschutz, sondern ein Instrument der Zensur.

Jugendliche würden dadurch auf öffentlich-rechtliche und staatlich geförderte Medien beschränkt, während soziale Netzwerke mit alternativen Meinungen unterdrückt würden. Die FPÖ warnt vor autoritären Tendenzen und sieht die Pläne im Einklang mit einer aus ihrer Sicht problematischen EU-Politik gegen „Desinformation“.

Australien Vorreiter bei Freiheitseinschränkungen

Während Österreich noch diskutiert, werden andernorts bereits Fakten geschaffen. In Australien gilt seit dem Vorjahr ein Verbot für Unter-16-Jährige, wobei der weiße Kontinent am anderen Ende der Erde schon beim Rauchverbot und in der Corona-Politik autoritäre Züge zeigte.

Plattformen sind dort zu Altersüberprüfungen verpflichtet; laut Regierung wurden bereits mehr als 4,7 Millionen Konten eingeschränkt oder gelöscht. Auch Großbritannien hatte in der vergangenen Woche ein entsprechendes Handyverbot verhängt.

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