Berlin-Neukölln ist der Brennpunkt-Bezirk schlechthin. Nun drohen die Linken die Wahlen dieses Jahr dort zu gewinnen. Viele sind besorgt, weil ihr Kandidat offen antisemitisch agiert.

20. Jänner 2026 / 12:31 Uhr

Bekommt Neukölln einen antisemitischen Bürgermeister?

“Linke in Neukölln sorgt mit Kandidatenwahl für Wirbel”, titelte ntv auf seiner Webseite. Worte, die schon fast verniedlichend klingen, wenn man bedenkt, wer da droht, Bezirksbürgermeister von Neukölln zu werden. Nun wo Ahmed Abed als Linken-Kandidat für das Bezirksbürgermeisteramt in Berlin-Neukölln nominiert wurde, ist Angst mehr als angebracht.

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CDUler fordert Ausschluss von Zusammenarbeit

Besonders wenn man Jude ist, sollte man Angst haben. Nicht ohne Grund hat der CDU-Kreisvorsitzende Falko Liecke SPD und Grüne aufgefordert, “jede Zusammenarbeit mit der Linkspartei auszuschließen.” Liecke warnte im Tagesspiegel: “Mit dieser Entscheidung setzt die Linkspartei erneut auf gesellschaftliche Spaltung und Hass.” Die Nominierung ist “ein Angriff auf jüdisches Leben”. Deswegen dürften SPD und Grüne nach der Wahl nicht mit der Linken zusammenarbeiten. Es gilt als nicht unwahrscheinlich, dass die drei Parteien bei der Kommunalwahl, die am 20. September 2026 gleichzeitig mit der Abgeordnetenhaus-Wahl stattfindet, in Neukölln eine deutliche Mehrheit erhalten. Die Linke könnte stärkste Partei im migrantisch geprägten Bezirk werden.

Abed, der als Rechtsanwalt die antisemitische BDS-Bewegung vertritt, war zuletzt immer wieder mit antisemitischen Aussagen aufgefallen. Den Bürgermeister von Neuköllns israelischer Partnerstadt Bat Yam, Tzvika Brot, hatte er als “Völkermörder” beschimpft (unzensuriert berichtete). Medien berichteten zudem, Abed sei auf Demonstrationen aufgetreten, bei denen Teilnehmer Juden angriffen und Israel-Fahnen verbrannten. Die Neuköllner SPD ging zwar auf Distanz zu Abed, ließ aber offen, ob sie sich eine Zusammenarbeit mit Abed vorstellen kann.

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Linke verweigert Verurteilung antisemitischen Terrors

“Die Nominierung von Herrn Abed ist Folge einer besorgniserregenden Entwicklung der Neuköllner Linkspartei, die sich bis heute weigert, die Übergriffe auf die Kneipe ‘Bajszel’ als antisemitisch zu verurteilen”, teilten die Vorsitzenden der SPD-Neukölln, Joachim Rahmann und Derya Çağlar, dem Tagesspiegel mit. Auch der Journalist Gunnar Schupelius griff das Thema Antisemitismus in Neukölln bereits auf und kommentierte: “Dieser Hass aus Neukölln auf Israel ist unerträglich”. Er fragte: “Wie tief sind die Neuköllner Linken gesunken, dass sie dazu in der Lage sind? Was für einen schlechten Charakter haben Herr Abed und Frau Tanana, dass sie sich nicht schämen?”

Mutmaßliche Linksextremisten und Araber verüben seit Jahren Anschläge auf die Gaststätte “Bajszel”, weil sich die Betreiber gegen Antisemitismus einsetzen. Mit Steinen attackierten die Täter die Scheiben, warfen einen Brandsatz gegen die Fassade und sprühten rote Hamas-Dreiecke an die Mauer. Die Neuköllner Linksfraktion weigerte sich in der Bezirksverordneten-Versammlung, eine Solidaritätserklärung von SPD, Grünen und CDU für das Lokal mitzutragen.

Grüne feuern leere Worthülsen ab

Die Grünen ließen in der Causa Abed lediglich wissen, dass sie sich für “sichere Mobilität, sozial gerechten Klimaschutz und saubere Parks” einsetzten. In Neukölln hätten “Rassismus und Antisemitismus selbstverständlich keinen Platz”. Es wurden hier also die üblichen nichtssagenden Worthülsen abgefeuert. Die Linkspartei wies jede Kritik an ihrem Kandidaten in einer Pressemitteilung als “Diffamierungen” zurück. Der aus den palästinensischen Gebieten stammende Abed sei “unser Bürgermeister für alle”.

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