Für viele Anrainer ist der Khleslplatz ein „Stück Wiener Geschichte“, das vor weiteren Eingriffen geschützt werden sollte.

11. Jänner 2026 / 07:04 Uhr

Khleslplatz: Ein Stück Geschichte einfach abgerissen – Forderung nach Konsequenzen

Der Khleslplatz im zwölften Wiener Gemeindebezirk ist seit mehr als einem Jahr im Zentrum hitziger politischer Diskussionen. Insbesondere die Umwidmung und die damit verbundenen Bauten drohen, das historische Ortsbild unwiderruflich zu verändern.

Fehlender Abrissantrag

Der Abriss des rund 350 Jahre alten Taubenschlags vor wenigen Tagen ohne die erforderliche Genehmigung wirft nun einen Schatten auf den gesamten Entwicklungsprozess des Gebiets.

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FPÖ-Gemeinderat Lukas Brucker zeigte sich empört und nannte den Vorfall einen „handfesten Bauskandal“. Er fordert eine harte Bestrafung des Verursachers, eines Bauwerbers, sowie den sofortigen Entzug sämtlicher bestehender Baubescheide in diesem sensiblen Bereich:

Wer Kulturerbe zerstört und sich über Gesetze hinwegsetzt, darf dafür nicht auch noch belohnt werden.

Verbündete im Rathaus

Doch der Bauwerber hat mächtige Verbündete. „Mit rot-pinker Mehrheit wurde eine Flächenwidmung zugunsten eines Investors durchgepeitscht – gegen die berechtigten Sorgen der Bürgerinitiative und gegen den Widerstand der Opposition“, kritisierte Brucker.

Für die Meidlinger Volkspartei ist der Fall „ein Paradebeispiel dafür, wie Stadtentwicklung nicht ablaufen sollte.“

Erste Schutzzone Wiens

Die Kritik an den Entscheidungen rund um den Khleslplatz ist nicht neu: Schon seit 2022 gibt es Bedenken, dass die Umwidmung das historische Ortsbild gefährdet, wie unzensuriert immer wieder berichtete.

Bereits im Jahr 1973 wurde der Bereich des ehemaligen Wiener Bezirksteils Altmannsdorf, zu dem der Khleslplatz gehört, zur ersten Schutzzone Wiens erklärt. Doch jetzt soll bis zu fünf Stockwerk hoch gebaut werden dürfen. Besonders umstritten ist dabei die Rolle von Immobilienentwicklern, die schon vor der Umwidmung Grundstücke am Khleslplatz erworben haben und auf eine schnellstmögliche Bebauung drängten.

Bürger für Erhalt des historischen Charakters

Eine Gruppe von engagierten Bürgern, die sich vor längerer Zeit unter dem Motto „Rettet den Khleslplatz“ formiert hat, kämpft weiterhin für den Erhalt des historischen Charakters des Platzes.

Die FPÖ kündigte an, alle parlamentarischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Abriss des Taubenschlags, mutmaßlich der Auftakt zur Zerstörung des historischen Platzes, aufzuklären und Transparenz zur Umwidmung zu fordern.

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