US Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hatte bei Amtsantritt Reformen angekündigt. Die Bilanz nach einem Jahr ist umfangreich.

USA

10. Jänner 2026 / 12:06 Uhr

Kurswechsel in Gesundheitspolitik: Weniger impfen, wieder mehr Fleisch essen

Bei seiner Ernennung zum US‑Gesundheitsminister vor genau einem Jahr hatte Robert F. Kennedy Jr. ambitionierte Reformen angekündigt: von Impfpolitik, Ernährungsleitlinien, organisatorischen Umstrukturierung des Ministeriums bis hin zu chronischen Krankheiten und Entwicklungsstörungen wie Autismus – nichts wollte er vernachlässigen.

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Nur noch elf empfohlene Impfungen

Zwölf Monate später hat die CDC, die zentrale Epidemiologie‑ und Seuchenbehörde der USA, nun die Liste der „universell empfohlenen“ Impfungen für Kinder deutlich verringert.

Statt bisher 17 Impfungen gelten nun nur noch elf als allgemein empfohlen. Impfungen gegen Influenza, Hepatitis A und B, RSV, Rotaviren und weitere werden nicht mehr pauschal für alle Kinder empfohlen, sondern nur noch für bestimmte Risikogruppen oder im Rahmen einer ärztlichen „gemeinsamen Entscheidungsfindung“.

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Umgestaltung der CDC‑Rolle

Parallel zur Impfempfehlungsänderung hat Kennedy die CDC personell und strukturell umgestaltet, nachdem er wiederholt die enge Verbindung zwischen Pharmaindustrie und Gesundheitsbehörden kritisiert hatte.

Leitungsposten wurden neu besetzt, traditionelle Experten‑Gremien wie das Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) umgebaut oder aufgelöst und durch teils unabhängige Stimmen ersetzt.

Machtkampf der Interessengruppen

An der Überarbeitung der CDC‑Internetseite „Autismus und Impfstoffe“ zeigte sich die neue politische Ausrichtung, aber auch die bisherigen Interessensgruppen.

So hatte Kennedy die frühere klare Aussage, dass keine wissenschaftliche Verbindung zwischen Impfungen und Autismus bestehe, relativiert, was ihm viel Kritik mächtiger Lobbygruppen einbrachte. Der Verdacht, dass auch die – im Unterschied zu früher – Vielzahl an Impfungen verantwortlich sein könnte, stehe im Widerspruch zur wissenschaftlichen Evidenz. Erinnert an Corona.

Ernährungspyramide auf den Kopf gestellt

Parallel zu Änderungen in der Impfpolitik wurden die Ernährungsempfehlungen grundlegend überarbeitet – und buchstäblich auf den Kopf gestellt. Die traditionellen Ernährungsempfehlungen, die über Jahrzehnte eine kohlenhydrat‑dominierte Pyramide propagierten, wurden durch ein Modell ersetzt, das unverarbeitete Lebensmittel, Proteine und gesunde Fette in den Vordergrund rückt.

„Meine Botschaft ist klar: Esst echtes Essen“, sagte US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. 

Proteinreich und keine Angst vor natürlichen Fetten

Rotes Fleisch und Vollfett‑Milchprodukte werden nicht mehr verteufelt und auch Käse und Butter finden sich wieder in der Pyramide.

Eine gute Ernährung bestehe aus hochwertigen Proteinquellen wie magerem Fleisch, Fisch, Eiern und pflanzlichen Alternativen, die durch gesunde Fette aus Avocados, Nüssen und Ölen ergänzt werden. Also ja zu Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch, Milch- und Vollkornprodukten, weitgehend nein zu Zucker, Alkohol und hochverarbeiteten Lebensmitteln.

Gesundheit stärken

An diesen Empfehlungen sollen sich speziell Schulen und andere öffentliche Einrichtungen orientieren. So soll die Gesundheit der Amerikaner verbessert und das große Problem von Übergewicht behoben werden.

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