Nicht Sicherheitsinteressen, sondern die Dominanz des US-Dollars sind der Hintergrund des US-amerikanischen Überfalls auf Venezuela, so die Argumentation.

USA

6. Jänner 2026 / 10:59 Uhr

Bomben für den Dollar: Was steckt hinter dem US-Angriff auf Venezuela?

Mit der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch US-Streitkräfte hat die Regierung von Donald Trump für eine veritable internationale Krise gesorgt. Während Washington die Aktion als Maßnahme gegen Drogenhandel und organisierte Kriminalität rechtfertigt, wird sie von zahlreichen Staaten und Völkerrechtsexperten als schwerer Verstoß gegen internationales Recht kritisiert.

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Nicht Sicherheit, sondern US-Dollar wird verteidigt

Abseits der offiziellen Erklärungen kursieren in sozialen Netzwerken alternative Deutungen der Ereignisse. Auf der Facebook-Seite von ORF-Moderator Reinhard Jesionek wurde ein ausführlicher Beitrag geteilt, der die Festnahme Maduros in einen größeren geopolitischen und wirtschaftlichen Zusammenhang stellt. Die Argumentation: Der eigentliche Hintergrund des US-Vorgehens liegt nicht in Sicherheitsfragen, sondern in der Verteidigung der globalen Dominanz des US-Dollars.

Petrodollar-System dient den USA

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Im Zentrum der Argumentation steht das sogenannte Petrodollar-System. Dieses geht auf Vereinbarungen aus den 1970er-Jahren zurück, wonach Erdöl auf den Weltmärkten überwiegend in US-Dollar gehandelt wird. Dadurch entsteht weltweit eine konstante Nachfrage nach der amerikanischen Währung, was den USA erhebliche wirtschaftliche und finanzielle Vorteile verschafft. Ein Abkommen zwischen den USA und Saudi-Arabien aus dem Jahr habe 1974 diese Praxis maßgeblich etabliert.

Venezuela tanzt aus der Reihe

Venezuela verfügt über die größten nachgewiesenen Erdölreserven der Welt und habe in den vergangenen Jahren begonnen, Ölgeschäfte auch in anderen Währungen wie dem chinesischen Yuan abzuwickeln. Zudem habe die Regierung angekündigt, sich langfristig vom Dollar zu lösen, engere Beziehungen zu China, Russland und Iran aufzubauen und einen Beitritt zu den BRICS-Staaten anzustreben.

Nicht die erste Intervention gegen eigene Währungen

Dabei gibt es Parallelen zu früheren internationalen Konflikten – beispielsweise den Irak, der Anfang der 2000er-Jahre ankündigte, Öl in Euro zu verkaufen, sowie Libyen, wo der damalige Machthaber Muammar al-Gaddafi eine goldgedeckte afrikanische Währung vorgeschlagen hatte. Beide Länder wurden später Ziel westlicher Militärinterventionen. Daraus wird ein wiederkehrendes Muster abgeleitet: Staaten, die die Vormachtstellung des US-Dollars infrage stellen, geraten unter massiven politischen oder militärischen Druck.

China und andere Staaten bauen alternative Zahlungssysteme auf, um ihre Abhängigkeit vom Dollar zu verringern. Dennoch gilt der Dollar weiterhin als dominante Leitwährung.

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