Eine Analyse der Financial Times hat die Nehmermentalität der EU-Beamten ans Tageslicht gebracht. Demnach erhielt Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) im Jahr 2024 insgesamt 726.000 Euro.
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Vergleich mit Arbeitnehmern schockiert
Zum Vergleich: Laut Statistik Austria beträgt das durchschnittliche Bruttojahreseinkommen aller unselbstständig Erwerbstätigen rund 43.400 Euro pro Jahr in Österreich. Lagarde streifte also fast 17 Jahresgehälter ein!
Zulagen in Höhe von 60 Prozent
Das ist fast doppelt so viel, wie im EZB-Jahresbericht als Gehalt auswiesen wurde. Offiziell lag das Gehalt für das Amt der EZB-Präsidentin bei rund 466.000 Euro.
Nicht erwähnt wurden die Zulagen zum Grundgehalt in Höhe von rund 135.000 Euro, etwa für Wohnkosten. Hinzu kommen geschätzte 125.000 Euro aus Lagardes Tätigkeit im Verwaltungsrat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, einer Institution, die häufig als „Bank der Zentralbanken“ bezeichnet wird.
Mehr als EU-Kommissionspräsidentin
Schon das Grundgehalt allein macht Lagarde zur bestbezahlten Amtsträgerin innerhalb der Europäischen Union. Zum Vergleich: Die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, verdient rund ein Fünftel weniger.
Noch deutlicher fällt der Vergleich mit den USA aus. Der Vorsitzende der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, Jerome Powell, erhält umgerechnet rund 173.000 Euro im Jahr. Sein Gehalt ist gesetzlich gedeckelt; zusätzliche Vergütungen aus internationalen Gremien sind US-Beamten untersagt.
Mehr Pension als vier Arbeitnehmer
Nicht berücksichtigt werden konnten mangels Daten Beiträge zur Altersvorsorge sowie Kosten für Kranken- und andere Versicherungen. Aus den vorhandenen Informationen leitet die Financial Times ab, dass Lagarde ab dem Jahr 2030 mit einer jährlichen Pension von rund 178.000 Euro rechnen kann.
Damit würde sie im Ruhestand das bekommen, wofür vier Arbeitnehmer in Österreicher Vollzeit arbeiten müssen.
Acht Jahre für 6,5 Millionen Euro
Einschließlich möglicher Übergangs- und Einmalzahlungen nach dem Ende ihrer Amtszeit könnte sich die Gesamtvergütung für Lagardes achtjährige Amtsperiode auf bis zu 6,5 Millionen Euro summieren.
Kein Dementi
Die EZB reagierte auf die Analyse zurückhaltend. Sie verwies darauf, dass das Präsidentengehalt bereits bei der Gründung der Institution 1998 festgelegt worden sei und seither lediglich die allgemeinen jährlichen Anpassungen für alle Mitarbeiter vorgenommen würden.
Zudem betonte die Zentralbank, ihre Offenlegungspraxis entspreche jener vieler internationaler öffentlicher Einrichtungen und sei im Laufe der Zeit erweitert worden. Eine detaillierte Aufschlüsselung individueller Zusatzleistungen veröffentlicht die EZB jedoch weiterhin nicht.
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