Obwohl Österreich Strom aus günstiger Wasserkraft beziehen kann, sind die Strompreise extrem hoch.

2. Jänner 2026 / 09:07 Uhr

Emissionshandel als Preistreiber: Hohe Strompreise politisch gesteuert

Während die Gaspreise deutlich gesunken sind, bleiben die Strompreise in Österreich auf einem außergewöhnlich hohen Niveau. Hierzulande bezahlen Verbraucher für Strom so viel, wie in nur wenigen anderen Ländern der Welt.

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CO₂-Kosten treiben Strompreise

Der Grund dafür liegt nach Ansicht der FPÖ nicht am Energiemarkt selbst, sondern an den stark gestiegenen Kosten für CO₂-Zertifikate im europäischen Emissionshandel.

„Was alle Experten längst wissen, blendet die Regierung weiter aus: Nicht Gas, sondern explodierende CO₂-Kosten treiben den Strompreis nach oben“, kritisieren die beiden freiheitlichen Energiesprecher Axel Kassegger und Paul Hammerl. Innerhalb weniger Monate sei der Preis für eine Tonne CO₂ von rund 60 auf etwa 85 Euro gestiegen – ein Anstieg von rund 40 Prozent.

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Strompreis bleibt hoch – trotz günstiger Energie

Der Strompreis orientiert sich an der teuersten noch benötigten Erzeugungsform. „Zwei Einheiten Gas plus eine Einheit CO₂ bestimmen den Strompreis“, so Kassegger und Hammerl. Sinkende Gaspreise hätten daher nur dann eine dämpfende Wirkung, wenn die CO₂-Kosten stabil blieben, was derzeit nicht der Fall sei.

Gleichzeitig weist die FPÖ auf ein weiteres Problem hin: Große erneuerbare Erzeugungsanlagen erhalten in Österreich garantierte Abnahmepreise. Liegt der Börsenstrompreis darunter, wird die Differenz über Förderbeiträge auf alle Stromkunden umgelegt. Allein im vergangenen Jahr beliefen sich diese Zahlungen auf rund 500 Millionen Euro.

Industrie verliert Wettbewerbsfähigkeit

Die hohen CO₂-Kosten wirken sich nicht nur auf Haushalte, sondern vor allem auch auf die Industrie und damit die Wettbewerbsfähigkeit aus.

Laut Industriellenvereinigung sind in den vergangenen Jahren mehr als 36.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen, zudem wurde jeder 15. Produktionsstandort geschlossen.

Bedrohung für Wohlstand

„Das ist keine theoretische Debatte mehr, sondern eine reale Bedrohung für Arbeitsplätze, Wohlstand und industrielle Wertschöpfung in Österreich“, warnen die FPÖ-Abgeordneten.

Besonders kritisch sehen sie, dass andere EU-Staaten ihren Industriebetrieben eine langfristige CO₂-Kostenkompensation bis 2030 gewähren, während Österreich diese Unterstützung nur befristet vorgesehen hat.

Keine Besserung in Sicht

Ein Blick auf die geplante Ausweitung des Emissionshandels zeigt, dass der Druck weiter zunehmen dürfte. Ab 2027 soll das CO₂-Preissystem auch Verkehr und Gebäude umfassen. Experten rechnen bereits zum Start mit Preisen deutlich über dem heutigen Niveau.

Marktindikationen deuten darauf hin, dass sich der CO₂-Preis langfristig in einem Bereich von 100 bis 160 Euro pro Tonne bewegen könnte, bei ungünstiger Entwicklung sogar deutlich darüber.

Politisch gewollt

Zwar plant die EU Preisbremsen und zusätzliche Zertifikatsfreigaben, um extreme Ausschläge zu verhindern. Dennoch bleibt der CO₂-Preis politisch gesteuert und damit schwer kalkulierbar. Für Haushalte und Betriebe bedeutet das anhaltende Unsicherheit bei Energie- und Produktionskosten.

Forderung nach grundlegender Reform

Für die FPÖ ist daher klar: Ohne eine Reform des europäischen Emissionshandels und der nationalen Fördermechanismen werde es keine nachhaltige Entlastung geben. Hammerl dazu:

Die Bundesregierung beklagt hohe Strompreise, verschweigt aber, dass sie gleichzeitig ein System betreibt, in dem Preissenkungen an der Börse automatisch zu höheren Belastungen führen.

Ohne ehrliche Analyse der Ursachen und strukturelle Änderungen drohe Österreich weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren – mit spürbaren Folgen für Wirtschaft und Beschäftigung.

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