Zum Jahreswechsel ist die Zeit für Prophezeiungen. Doch diese sind gefährlich, wie man am Beispiel der Kronen Zeitung sieht. 2019 sagte das Kleinformat den Tod der Freiheitlichen voraus. Heute ist die FPÖ doppelt so stark wie ÖVP und SPÖ.
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Wunsch Vater des Gedankens
Für die Kronen Zeitung war wohl der Wunsch Vater des Gedankens, als sie am 18. Mai 2019 mit der Schlagzeile „FPÖ am Ende!“ in Druck ging. Das vermeintliche Aus der Blauen teilte sie ihren Lesern auf der Titelseite auf schwarzem Hintergrund mit – die dramatische Aufmachung sollte wohl das Sterben der Partei symbolisieren.
Es kam anders. Herbert Kickl übernahm die Partei und kündigte beim FPÖ-Bundesparteitag im Juni 2021 an:
Ich will euch anführen in ein neues Hoch der freiheitlichen Partei.
Von Wahl zu Wahl stärker
Tatsächlich ist die FPÖ Wahl für Wahl stärker geworden. Klarer Sieg bei der EU-Wahl, klarer Sieg bei der Nationalratswahl, mächtige Zugewinne in den Bundesländern, wo die Freiheitlichen in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Vorarlberg mitregieren und in der Steiermark mit Mario Kunasek erstmals den Landeshauptmann stellen.
FPÖ doppelt so stark wie ÖVP und SPÖ
Von einem Ende der FPÖ redet heute keiner mehr. Ein Umfrage-Knaller jagt den nächsten. Zuletzt schockierte der APA-Wahltrend ÖVP und SPÖ. Mit 18,9 Prozent (ÖVP) und 18 Prozent (SPÖ) erreichen die Regierungsparteien nicht einmal zusammen die Zustimmungswerte der FPÖ, die in dieser Sonntagsfrage auf 37,4 Prozent kommt. In Umfragen anderer Institute kratzen die Freiheitlichen bereits an der 40-Prozent-Marke.
Bei Prognosen Vorsicht geboten
Die Kronen Zeitung hat von ihrer Fehleinschätzung offenbar gelernt und blickt neuerdings ungern in die Kristallkugel. Der geschäftsführende Chefredakteur Klaus Herrmann schrieb gestern, Sonntag, unter dem Titel „Wieso bei den Prognosen Vorsicht geboten ist“, dass es mit den Gewissheiten in der Politik nicht weit her sein müsse. Sie könne dramatisch überraschen. Wie recht er damit hat!




