ORF-Pressestunde

Doris Helmberger-Fleckl (Die Furche) und Hans Bürger (ORF) stellten in der ORF-Pressestunde die Fragen an Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler (rechts).

1. Dezember 2025 / 09:46 Uhr

Ist die Caritas zu politisch und nach links gerückt, Frau Präsidentin?

„Die Caritas bekommt von mir keinen Cent mehr“, schrieb ein Facebook-Nutzer offenherzig. Als Grund seines Handelns nannte er den Auftritt von Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler in der ORF-Pressestunde am Sonntag.

Was ist also passiert in dieser Sendung, dass dieser bisherige Spender für die Caritas kein Geld mehr hergeben möchte? Vor allem habe ihn geärgert, führte der Facebook-Nutzer aus, dass Tödtling-Musenbichler immer wieder unterschwellig die Freiheitlichen kritisierte, obwohl diese nicht verantwortlich dafür seien, dass derzeit 1,5 Millionen Menschen in Österreich armutsgefährdet sind.

Kritik an FPÖ wegen NGO-Kontrolle

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Dass die FPÖ nun mehr Transparenz bei den NGOs einfordert, nannte die Caritas-Präsidentin in schlechtem Deutsch „Bashing“. Es ärgere sie, dass man Organisationen unterstelle, das Geld falsch einzusetzen. Tatsächlich hat eine blaue Anfrageserie an die Ministerien Lehrbeispiele des NGO-Sumpfes zutage gebracht. Wie berichtet, kam man so dahinter, dass zum Beispiel die Asyl-Industrie durch das Netzwerk „asylkoordination österreich“ 16,5 Millionen Euro vom Steuerzahler kassiert. Siehe auch NGO-Kontrolle.at.

Cartias im Vertrauensindex abgestürzt

Pressestunde-Moderator Hans Bürger hielt der Caritas-Präsidentin eine Studie vor, wonach die Caritas beim Vertrauensindex regelrecht abgestürzt sei. Tödtling-Musenbichler gab den Medien die Schuld daran: Die Berichterstattung mache mit den Menschen etwas, sagte sie. Dabei setzt ja gerade die Caritas auf Publizität, wie jetzt Ex-Asyl-Leiter Franz Schabhüttl in einem exxpress-Kommentar aufdeckte: Laut Schabhüttl stellte die Caritas am 2. Juli 2015 ihren Omnibus mit Caritas-Logo vor der Einfahrt des Asyl-Erstaufnahmezentrums in Traiskirchen, Niederösterreich, auf, sodass der Eindruck entstanden wäre, sie sei hier tätig, was jedoch gar nicht stimmte.

Apostel Paulus parteipolitisch missbraucht

Ob die Caritas zu politisch und nach links gerückt sei, wollte Bürger von der Präsidentin wissen und brachte dabei das Beispiel, dass die Caritas den 28-Punkte-Friedensplan für die Ukraine abgelehnt habe. Darauf antwortete Tödtling-Musenbichler ausweichend, um an anderer Stelle erneut die Freiheitlichen zu kritisieren, weil Herbert Kickl am FPÖ-Parteitag Apostel Paulus zitiert und von „Glaube, Hoffnung, Liebe“ gesprochen habe. Sie fände es bedenklich, so die Caritas-Präsidentin, „dass das parteipolitisch missbraucht wird“.

Einzelfälle verzerren das Bild

Als Tödtling-Musenbichler mit Hinweis auf die syrische Familie in Wien, die 9.000 Euro Sozialhilfe kassiert, gefragt wurde, ob das Sozialsystem in Österreich ausgenützt werde, meinte sie, dass Einzelfälle das Bild verzerren würden. Und auf die konkrete Frage, ob sie dafür sei, dass es Nikolos und Christkindlmärkte geben soll, antwortete die Caritas-Präsidentin: „Ich bin NOCH dafür, aber ich bin auch dafür, dass wir andere Feste feiern“. Solche Ansagen werden die Spendenbereitschaft der Österreicher wohl kaum steigern. Aber vielleicht will die Caritas ja ohnehin eine andere Spender-Klientel erreichen.

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