Die erste Runde der chilenischen Präsidentschaftswahl ist geschlagen – und sorgt im linken Lager für Ernüchterung.
POLITISCHE ANZEIGE des FREIHEITLICHEN PARLAMENTSKLUBS. Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung
Dünner Vorsprung vor rechtem Kandidaten
Trotz eines strategischen Vorteils – drei Gegenkandidaten aus dem rechten Spektrum – blieb die linke Kandidatin Jeannette Jara deutlich hinter den Prognosen zurück.
Nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen erreichte die Kommunistin lediglich 26,8 Prozent und lag damit nur knapp vor dem rechten Kandidaten José Antonio Kast mit rund 24 Prozent. Beide gehen nun am 14. Dezember in die entscheidende Stichwahl.
POLITISCHE ANZEIGE der FREIHEITLICHEN PARTEI. Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung
Eine gegen drei
Die Ausgangslage schien für Jara zunächst komfortabel: Während rechte Stimmen sich auf drei Lager aufteilten – mit Kast, Johannes Kaiser und Evelyn Matthei –, konnte Jara auf die organisierte Unterstützung des Mitte-Links-Bündnisses bauen. Viele Meinungsforscher und politische Beobachter prognostizierten gar einen klaren Vorsprung, zumal Jara als erste Kandidatin der Kommunistischen Partei überhaupt in eine Stichwahl gelangte.
Rechter Präsident wahrscheinlich
Doch der Wahltag belehrte das linke Lager eines Besseren. Die sicher geglaubte Stimmenmehrheit blieb aus, und der Rückhalt für Jara ist schwächer als erwartet. „Sehr schlechte Nachrichten für Jara“, so die Einschätzung des Politikwissenschaftlers Rodrigo Arellano von der Universidad del Desarrollo, der nach diesem Wahlergebnis einen Sieg der linken Kandidatin in der Stichwahl für „unwahrscheinlich“ hält.
Unterstützung von Kaiser und Matthei
Dies auch deshalb, weil sich schon am Wahlabend Kaiser und Matthei für eine Unterstützung von Kast in der Stichwahl aussprachen. Das rechte Lager stellt sich somit geschlossen hinter Kast und damit gegen jegliche Fortsetzung linker Politik.
Zudem gelang es Jara nicht, sich als Alternative zur noch amtierenden linken Regierung unter Präsident Gabriel Boric darzustellen. Ihre „Lösungen“ der Probleme – wirtschaftliche Stagnation, Niedergang des Wohlstands und anhaltende Gewalt im Land – sind allesamt aus der linken Mottenkiste und somit gescheitert.
Kein Vertrauen mehr in linke Versprechungen
Das Vertrauen vieler Chilenen in linke Gesellschaftspolitik scheint durch das Scheitern der amtierenden Regierung nachhaltig erschüttert. Hoffnungen auf eine sozialpolitische Verbesserung und die Sehnsucht nach Sicherheit und Wohlstand haben sich im letzten Jahr nicht erfüllt . Beides kann die Linke nicht liefern. Nirgends.
Rechte Themen punkten
Deshalb waren die zentralen Wahlkampfthemen wie Armutseinwanderung und Kriminalität von Kast besetzt. Er fordert einen verbesserten Grenzschutz sowie Abschiebung illegaler Einwanderer.
So wird die Stichwahl im Dezember zu einer Richtungsentscheidung. Die Absage an linke Gesellschaftspolitik, die sich schon in vergangenen Referenden gezeigt hat, dürfte sich fortsetzen.





