Die Länderchefs der Wirtschaftskammer (WKO) haben ihrem Chef, Harald Mahrer, gestern, Sonntag, bei einer Krisensitzung das Vertrauen ausgesprochen. Haben sie der WKO damit einen Bärendienst erwiesen? Denn jetzt stellen immer mehr Unternehmer die Zwangsmitgliedschaft bei der Kammer infrage.
WKO-Boss verdient mehr als New Yorker Bürgermeister
Haben die WKO-Länderchefs Mahrer noch vor zwei Tagen über Medien ausrichten lassen, dass er kaum noch tragbar und seine Kommunikation über die Lohnerhöhung für die Mitarbeiter ein einziges Desaster sei, hielten sie ihrem Großverdiener am Sonntag die Stange. Wie berichtet, streift Mahrer monatlich 28.500 Euro aus Zwangsbeiträgen und Steuergeld ein und verdient damit mehr als der New Yorker Bürgermeister.
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Weitere InformationenSymbolfigur für Gier und Arroganz
Politische Beobachter wie Claus Pándi in der Kronen Zeitung sehen den WKO-Boss dennoch „politisch erledigt“. Die Gagenaffäre um den Präsidenten der Wirtschaftskammer würde täglich drastisch zeigen, dass sogar auf dem niedrigen Niveau in der heimischen Politik noch Luft nach unten sei. Mahrer, schrieb Pándi in seiner Kolumne „Thema des Tages“, würde zur neuen Symbolfigur für die Gier und Arroganz einer weltfremden politischen Klasse stilisiert.
Höchste Zeit, Zwangsmitgliedschaft abzuschaffen
Währenddessen brodelt es in Anbetracht der verheerenden WKO-Gehalts-Debatte bei den Mitgliedern der Wirtschaftskammer. Josef Falkner, der Präsident der Tiroler Tourismusvereinigung (TTV), denkt laut über eine Abschaffung der Zwangsmitgliedschaft nach. Diesen Vorschlag hatte bereits der frühere FPÖ-Chef Jörg Haider und ganz aktuell der jetzige Chef der Freiheitlichen, Herbert Kickl, gemacht. Dieser sagte, es sei höchste Zeit, die Zwangsmitgliedschaft abzuschaffen.
Tatsächlich bedienen sich die Kämmerer aus den Pflichtbeiträgen der Unternehmer, während die Unternehmen täglich um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen.
