Seit Bildung der Verlierer-Ampel aus ÖVP, SPÖ und Neos ist FPÖ-Chef Herbert Kickl der Häme der koalierenden Parteichefs ausgesetzt. Kickl wird als „Doch-Nicht-Volkskanzler“ diffamiert, der „keine Verantwortung übernehmen wollte“. „Alles Mist“, rückte Reinhard Teufel, die rechte Hand des FPÖ-Chefs, in einem Kurier-Gespräch die wahren Gründe des Platzens der FPÖ-ÖVP-Regierung ins rechte Lot.
“Das hat die Akteure der ÖVP nicht interessiert”
Gegenüber Kurier-Chefredakteur Martin Gebhart sagte Teufel, der auch Klubobmann im niederösterreichischen Landtag ist, dass es den Blauen nie allein um das Innenministerium gegangen sei, sondern um die Frage, welche Inhalte, für die die FPÖ gewählt wurde, mit der ÖVP um- und durchzusetzen seien. Etwa in der alles entscheidenden Migrations-Frage, in der man auch in Brüssel entsprechende Maßnahmen in Angriff nehmen hätte müssen. Aber, so Teufel, die jetzigen Akteure in der Volkspartei hätte das alles nicht interessiert.
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Weitere InformationenÖsterreicher wollen ganz klar rechts-konservative Regierung
Dass die Entscheidung Kickls, auf die Macht, die für ihn nach eigener Aussage immer nur Mittel zum Zweck sei, zu verzichten und auch die historische Chance, als erster FPÖ-Politiker Kanzler dieser Republik zu werden, ungenutzt zu lassen, bei den Wählern auf positive Zustimmung gestoßen ist, zeigen die Umfrage-Daten. Die Freiheitlichen liegen mit 35 Prozent weit vor den anderen Parteien. Auf die Feststellung Gebharts, dass sich die FPÖ auch bei einem noch eindrucksvolleren Wahlsieg bei der Suche nach einem Koalitionspartner schwertun werde, meinte Teufel:
Warten wir ab, was die nächsten Wochen, Monate und Jahre bringen. Irgendwann würde ich allen politischen Parteien raten, zur Kenntnis zu nehmen, dass die Mehrheit der Österreicher eine rechts-konservative Regierung mit der FPÖ an der Spitzen haben möchte. Das kann man ja beim letzten Wahlergebnis deutlich herauslesen.
Dreier-Koalition wird nicht halten
Die Koalitionsfrage könnte sich schön früher stellen, als manche glauben. Zumindest ist das die Einschätzung Teufels, der die Frage des Kurier-Chefredakteurs, ob die jetzige Regierungs-Konstellation fünf Jahre halten werde, nach langem Nachdenken mit dem Satz beantwortete:
Wird nicht allzulange sein. Wenn sie so weitermachen, wird sich das nicht ausgehen.
Rating-Abstufung kostet Steuerzahler 4,2 Milliarden Euro
Gleich zu Beginn des Gesprächs wurde es brisant, als es um das EU-Defizitverfahren ging. Das wollte die FPÖ gemeinsam mit der ÖVP während der Koalitionsgespräche verhindern – und man war auf einem guten Weg, bis die Verlierer-Ampel es anders wollte. Ergebnis: Rating-Abstufung und dramatische Auswirkungen auf die Steuerzahler. Laut Teufel müssten die Österreicher aufgrund des EU-Defizitverfahrens in vier Jahren 4,2 Milliarden Euro zusätzlich an Zinsen zahlen. Und das sei noch optimistisch gerechnet, denn weitere Rating-Abstufungen seien nicht ausgeschlossen.
Hier finden Sie das ganze Gespräch zwischen Reinhard Teufel und Kurier-Chefredakteur Martin Gebhart:
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