In den Vereinigten Staaten ist die Zahl der Autismus-Diagnosen in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC betrifft die Entwicklungsstörung inzwischen etwa jedes 31. Kind. Die Krankheit tritt seit wenigen Jahrzehnten auf, sodass auch immer mehr Erwachsene betroffen sind. In den USA ist es mittlerweile jeder 45. Erwachsene.
„Horrorszenario“ Autismus
Nun kündigte Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. an, im September konkrete Umweltfaktoren benennen zu wollen, die seiner Ansicht nach „fast sicher“ Autismus verursachen. Dazu hatte er Anfang des Jahres ein groß angelegtes Forschungsprojekt aufgelegt.
Präsident Donald Trump sprach am vergangenen Mittwoch in einer Kabinettssitzung von einem „Horrorszenario“ für das Land.
Dramatischer Anstieg der Diagnosen
Kennedy hatte bereits im Frühjahr von einer „Epidemie“ gesprochen, die „die Covid-Krise bei Weitem übertreffe“. In seiner Jugend lag die Rate bei etwa einem von 10.000, beim Geburtsjahrgang 2014 sei jedes 31. Kind betroffen, bei den 2012 Geborenen trifft es jedes 36 Kind, für Jahrgänge 1992 lag die Rate noch bei 1:150.
Debatte über mögliche Ursachen
Kennedy und auch Präsident Trump vertreten die Auffassung, dass Impfungen ein möglicher Auslöser für Autismus sein könnten. Dem widerspricht mit Vehemenz und unterstützt von den Mainstreammedien als Sturmgeschütze vor allem die Pharmaindustrie: Umfangreiche selbst finanzierte Studien hätten keinen kausalen Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus gezeigt. Die US-Gesundheitsbehörde bestätigte diese Sicht.
Vielmehr sei der Anstieg an Autismusfällen auf eine erweiterte Diagnostik, eine größere gesellschaftliche Sensibilisierung, geänderte diagnostische Kriterien und mehr Früherkennung zurückzuführen. Unbeantwortet bleibt dabei jedoch, warum lediglich die junge Bevölkerungsgruppe davon betroffen ist und bei Älteren Autismus trotz erweiterter Diagnostik nicht registriert wird.
Komisches Sozialverhalten
Autismus-Spektrum-Störungen betreffen die Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung. Sie wirken sich auf Sprache, soziale Kontakte und das Verhalten aus. Die Bandbreite der Symptome reicht von fehlender Interaktion mit anderen Menschen, einschließlich kompletter Sprachlosigkeit, bis hin zu Empathielosigkeit und seltsamem Sozialverhalten. Für jeden Gesunden schnell wahrnehmbar.
Situation in Österreich
Auch in Österreich zeigen Schätzungen, dass rund ein Prozent der Bevölkerung vom Autismus-Spektrum betroffen ist – das wären etwa 87.000 Kinder, Jugendliche und mittlerweile Erwachsene. Tendenz steigend. Buben sind dabei deutlich häufiger betroffen als Mädchen, das Verhältnis liegt bei rund 4:1.