Österreichs EU-Botschafter war möglicherweise erpressbar, doch im Außenministerium in Wien schweigt man zu dem Skandal.

6. August 2025 / 19:33 Uhr

Sado-Maso-Skandal im Außenamt: Wie erpressbar war Österreichs EU-Botschafter?

Der Skandal um den ehemaligen österreichischen Botschafter bei der EU, Thomas Oberreiter, der einen unappetitlichen Sex-Blog im Internet betrieben haben soll, zieht immer weitere Kreise: Während die FPÖ sogar von einer “Staatsaffäre” spricht und lückenlose Aufklärung fordert, gibt man sich im Außenministerium von Beate Meinl-Reisinger (NEOS) bislang auffallend bedeckt. Die FPÖ befürchtet unter anderem, dass der betroffene Diplomat erpressbar war und eventuell auch erpresst wurde.

Ex-Profil-Chefredakteur teilt Sorgen

Die Bedenken um die Konsequenzen des Skandals teilt auch Christian Rainer, langjähriger Chefredakteur des Nachrichtenmagazins profil: Der EU-Botschafter war erpressbar, meinte er auf X. Zuvor hatte seine Nachfolgerin als Chefredakteurin, Anna Thalhammer, dort gepostet (Tippfehler im Original):

Finde es widerlich, wie sich Medien in das Privatleben eines Botschafters einbringen – inkl. Scheidungskrise. Dass ein FPÖ-naher Blog mit Parteibegleitmusik all das öffentlich macht, das einen Mann betrifft, der sich intensiv f Russlandsanktionen eingesetzt hat, ist sicher Zufall.

Meinungsverschiedenheit mit Nachfolgerin

Das sorgt für Unstimmigkeiten zwischen den ehemaligen Kollegen: “Da bin ich ausnahmsweise nicht einer Meinung mit meiner Nachfolgerin”, lautete Rainers Antwort. “Immerhin geht es das (sic!) nicht nur um den wichtigsten österreichischen Botschafter”. Er verweist darauf, dass Oberreiter äußerst gut vernetzt war:

Er war vielmehr auch Kabinettschef von Bundeskanzlerin Bierlein und Außenminister Schallenberg. Und in der Funktion erpressbar.

Botschafter-Telefon wurde überwacht

Besonders brisant ist dabei, dass der Diplomat während seiner Karriere Zugang zu streng vertraulichen Daten, sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene, hatte. Wie berichtet, soll er auch tatsächlich ausspioniert worden sein, denn SMS-Nachrichten, private Fotos und andere sensible Informationen wurden laut Recherchen über Monate hinweg abgegriffen.

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