„Das Geschäft mit der Liebe“ geht beim Privatsender ATV wieder auf Sendung. Ab 23. Juli ist das Format – trotz Verhinderungsversuch von Medienminister Andreas Babler (SPÖ) und Falter-Chef Florian Klenk – wieder im Hauptabendprogramm zu sehen.
Klenk bezeichnete ATV als “Vergewaltigungs-TV”
Wie berichtet, griff Babler unverblümt in die Medienfreiheit ein, weil ihm nicht gefiel, was im Privatfernsehen gesendet wurde. Er reagierte offenbar auf die Kritik des Falter-Chefs Florian Klenk, der sich bemüßigt gefühlt hatte, auf dem Kurznachrichtendienst X eine Kampagne gegen die ATV-Sendung „Das Geschäft mit der Liebe“ zu führen – er bezeichnete ATV gar als „Vergewaltigungs-TV“.
Daraufhin bestellte Vizekanzler Babler die Geschäftsführer der SevenOne-Gruppe, zu der neben ATV auch Puls4 und Puls24 gehören, zum Rapport. Die Sendung wurde abgesetzt. Die Manager versprachen, eine „nochmalige Qualitätskontrolle“ durchzuführen.
Privatsender ging vor Genossen in die Knie
Dass der Privatsender vor dem Genossen Babler in die Knie gegangen ist, könnte damit zusammenhängen, dass ATV in zehn Jahren 14 Millionen Euro Fördersumme von der Regierung bekommen haben soll. Oe24 berichtete, dass ATV alleine für 2025 mit Steuergelder in Höhe von mehr als 1,3 Millionen Euro unterstützt werden soll. Ob da ein Sender noch wirklich unabhängig berichten kann?
“Richtlinien geschärft”
Jetzt aber soll die Sendung ein Comeback feiern. Man habe die „Richtlinien geschärft“ heißt es vonseiten ATV. Nach der Aufregung um frauenfeindliche Aussagen und dem Vorwurf sexueller Übergriffe lässt das Privatfernsehen das Realityformat also erneut an den Start gehen.
Doppelmoral-Vorwurf an Babler
Für die Einmischung in die Medienfreiheit musste Babler viel Kritik einstecken. Ihm wurde gleich von mehreren Seiten eine Doppelmoral vorgeworfen. Zum einen, weil er bei der ATV-Sendung „Amore unter Palmen“, wo sich Frauen an Männer heranmachen, stumm geblieben ist. Zum anderen, weil er Bewunderer des Rappers RAF Camora ist.
Der SPÖ-Chef hat nämlich auf eine Frage der Kronen Zeitung, ob er lieber den Rapper RAF Camora oder Andreas Gabalier höre, mit Camora geantwortet. Babler zeigte sich auch von seinem Aufstieg beeindruckt und freute sich darüber, dass er ihn schon live gesehen und jetzt beim “Amadeus Award” auch kennenlernen durfte.
Babler bewundert Rapper, der über Frauen abschätzig singt
Von dieser Aussage zeigte sich FPÖ-Frauensprecherin Rosa Ecker schockiert:
Ich habe mir die Texte dieses Rappers durchgelesen, an manchen Stellen strotzen sie nur so vor Frauenverachtung und sexueller Gewalt. Wie können Sie, Herr Babler, einerseits gegen eine TV-Sendung so entschlossen vorgehen und andererseits „Fanboy“ von einem Musiker sein, der in manchen seiner Songs derart abschätzig über Frauen spricht?
“Wichse ihr in die Fresse”
Ecker verzichtete auf das Wiedergeben von Zitaten in den Liedern von RAF Camora, „weil das wirklich teilweise unterste Schublade ist“. Das übernahm dann die Kronen Zeitung, die folgende Textzeile des Sängers im Song „Mörder“ als Beispiel für sexuelle Gewalt veröffentlichte:
Na, klar, gibt es Sex, weil ich parshippe jetzt. Knall‘ sie einfach in der Parklücke weg. Wichse ihr in die Fresse und frag‘ sie, wie‘s schmeckt.