In einer „persönlichen Nachricht“ auf Facebook hat FPÖ-Chef Herbert Kickl sein Fehlen im Parlament gestern, Sonntag, mit dem Tod seines Vaters begründet. Ausgerechnet an diesem Trauertag schoss Schauspieler Philipp Hochmair via Kronen Zeitung gegen Kickl.
“Als Nächstes kam der Holocaust”
In dem Gespräch mit der Krone antwortete der „Jedermann“-Darsteller auf die Frage, worüber er sich zuletzt geärgert hätte:
Dass es so lange gedauert hat, Kickl aus der Regierung rauszukegeln.
Dem nicht genug, fügte Philipp Hochmair noch hinzu, er habe Kickl erwähnt, “weil mich diese rechtsextreme Dynamik, für die er steht, tief verstört. Diese Dynamik gab es schon einmal – als Nächstes kam der Holocaust”.
Journalist spricht von “Pietätlosigkeit”
Diese Aussage des „Jedermann“-Darstellers machte den Journalisten Richard Schmitt fassungslos. Im Medium exxtra24 schrieb er unter dem Titel „An Kickls traurigstem Tag schießt Jedermann Hochmair mit Holocaus-Sager gegen den FPÖ-Chef“:
Eine Holocaust-Erwähnung in einem Satz mit dem FPÖ-Chef – eine Verbalattacke an dessen Trauertag, wenn Herbert Kickl den Tod seines Vaters beklagt. Die Ausrede, dass dieses Interview bereits vor dem Sonntag verfasst worden ist, kann diese Pietätlosigkeit nicht verringern: Seit Tagen schrieben alle Medien – auch die Krone – über Herbert Kickls Abwesenheit von der innenpolitischen Bühne, weil er sich um den im Sterben liegenden Vater kümmert.
Schmitt schrieb am Ende seines Artikels: „Das Maß des Anstands liegt bei der Wirklichkeit“ – es ist ein Zitat von Hugo von Hofmannsthal, dem Autor des „Jedermanns“.