Ein großer Medienskandal: Die österreichische Zeitung Kurier hat anscheinend ein Interview mit Clint Eastwood veröffentlicht, das so gar nicht stattgefunden hat. Der legendäre Schauspieler nannte das Gespräch sogar “komplett gefälscht”, wie Der Spiegel zu zitieren wusste.
Die “Qualität” beim Kurier
Konkret erklärte Eastwood laut Deadline.com: “Ich will ein paar Dinge richtigstellen: Ich kann bestätigen, dass ich 95 Jahre alt geworden bin. Ich kann auch bestätigen, dass ich weder dem österreichischen ‘Kurier’ noch irgendjemandem sonst in den vergangenen Wochen ein Interview gegeben habe und dass das Interview komplett gefälscht ist.” Die Tageszeitung Kurier geriet dadurch natürlich in Erklärungsnot und behauptete “In eigener Sache”, dass dieses Blatt “immer Wert auf höchste Qualität” lege. Zunächst hatte die Zeitung mit der Autorin Elisabeth Sereda, die für den Beitrag verantwortlich ist, in den USA Kontakt aufgenommen.
Skandal schlägt große Wellen
Dabei stellte sich dann heraus, dass das Interview “in dieser Form nie geführt worden” war. Für die Zeitung ist das natürlich auch ein Skandal, der inzwischen große Wellen schlägt. So haben unter anderem der Focus und ntv das Thema aufgegriffen. Offensichtlich basierte der Artikel auf einem “Best-of” früherer Gespräche mit Eastwood, das von der Autorin als aktuelles Interview zusammengefügt worden sein soll. Mit der Journalistin will der Kurier nun nicht mehr zusammenarbeiten. Komisch nur, dass dieser Zusammenschnitt niemandem beim Kurier aufgefallen ist. Haben die dort keine Qualitätskontrolle? Liest die Texte da niemand gegen?
Ein deutlicher Hinweis
Selbst dem Spiegel fiel Folgendes auf: “Kurios an dem Text ist der Einstieg: Darin heißt es, Eastwoods neuester Film ‘Juror #2’ käme ‘Ende des Jahres in die Kinos’ – tatsächlich ist der Film im November vergangenen Jahres erschienen. Das könnte ein Hinweis sein, dass dieses Interview irgendwann im vergangenen Jahr geführt wurde und bis vergangene Woche in der Schublade lag”.
Es wäre nun mehr als berechtigt, grundsätzlich alle Artikel vom Kurier kritisch zu hinterfragen und erst recht die Interviews, die von Elisabeth Sereda angeblich mit Jude Law, Cate Blanchett und Pamela Anderson geführt worden sind. Der Spiegel bezeichnete sie als “allesamt Superstars, an die man nicht leicht herankommt”.