Ex-Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hat in nur wenigen Jahren das Land in die größte Krise seit dem Zweiten Weltkrieg gestürzt und einen gewaltigen Schuldenberg hinterlassen. Statt abgestraft, soll er für sein Versagen jetzt aber auch noch belohnt werden. SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer hat ihn für den Vizepräsidenten-Posten der Europäischen Investitionsbank (EIB) nominiert.
Nominierung kein Scherz
Die Pressemeldung klang gestern, am 1. April, wie ein Aprilscherz: Laut Finanzministerium wird Karl Nehammer für einen Direktoriums-Posten bei der Europäischen Investitionsbank (EIB) vorgeschlagen. Ein Nominierungsrecht, das Österreich dieses Jahr turnusmäßig zusteht. Ausgemauschelt haben diesen Postenschacher ÖVP und SPÖ offensichtlich im Laufe ihrer Regierungsverhandlungen.
Seine neue Arbeitsstelle in Luxemburg antreten wird der gescheiterte Ex-Kanzler im September, um dann monatlich mit satten 31.536 Euro entlohnt zu werden. Das sind 7.696 Euro mehr, als er als Bundeskanzler einstreifte und entspricht in etwa dem Zwölffachen des österreichischen Durchschnittslohns.
Unqualifiziert und erfolglos
Laut dem Medium exxpress.at soll Nehammer bei der EIB künftig für den Wiederaufbau der Ukraine und Strukturhilfen in Südosteuropa zuständig sein. Doch was qualifiziert den Mann für diese Tätigkeit? Eigentlich nichts. Seine Ausbildung kann es nicht sein – von Wirtschaft und Finanzen hat er keine Ahnung. Als Bundeskanzler hat er das Land gemeinsam mit seinem Parteikollegen, Ex-Finanzminister Magnus Brunner, an die Wand gefahren, Österreichs Wirtschaft ist ein Sanierungsfall. Als Innenminister hatte er einen blutigen Terroranschlag zu verantworten, der verhindert hätte werden können. Und als ÖVP-Parteichef hat er eine Wahlniederlage nach der anderen eingefahren. Ein Versagen auf allen Linien.
Doch das alles scheint in Österreich mit dem richtigen Parteibuch kein Hinderungsgrund zu sein, um auf europäischer Ebene Karriere zu machen und für sein Versagen auch noch reichlich belohnt zu werden.