Nachdem der Vösendorfer Bürgermeister Hannes Koza (ÖVP) wegen des erfundenen Überfalls auf ihn zurückgetreten war, wurde er heute, Donnerstag, in Wiener Neustadt zu neun Monaten bedingter Haft verurteilt. In dem nur 30 Minuten dauernden Prozess bekannte er sich schuldig, sich seine Verletzungen selbst zugefügt zu haben. Um glaubwürdiger zu wirken, soll er sich selbst auf den Boden geworfen und dabei absichtlich Verletzungen am Kopf zugezogen haben. Überführt wurde er, weil er bei seiner Selbstverletzung von einer Überwachungskamera gefilmt worden war.
ÖVP-Bürgermeister wollte sich in Opferrolle bringen
Koza hatte zuvor behauptet, am 10. Dezember 2024 im Schlosspark Vösendorf von einem vermummten Unbekannten attackiert und bedroht worden zu sein. Das Landesamt Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) ermittelte, die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner fabulierte vom “Hass, der vom linken und rechten Hass geschürt wird” als Ursache des “Angriffs”, und die folgende Gemeinderatssicherung fand unter Polizeischutz statt. Auf Facebook entschuldigte sich Koza dann für den erfundenen Überfall und kündigte seinen Rücktritt an. Er habe sich in die Opferrolle bringen wollen, in der Hoffnung, dass „die persönlichen Angriffe“ gegen ihn und seine Frau endlich aufhören, postete er damals.
Ex-Bürgermeister erhielt bereits 2024 Diversion
Jetzt wurde er wegen Vortäuschung einer mit Strafe bedrohten Handlung und falscher Beweisaussage rechtskräftig verurteilt. Vor Medienvertretern sprach er von einer “dummen Kurzschlussreaktion”. Weil Koza 2024 eine private Anwaltsrechnung manipuliert und sich die Kosten von der Marktgemeinde erstatten lassen hatte, erhielt er bereits die Möglichkeit einer Diversion – ein weiterer Verzicht auf ein Strafverfahren war diesmal daher nicht mehr möglich.