Die gute Nachricht: Das Geldvermögen der privaten Haushalte in der Bundesrepublik Deutschland ist im dritten Quartal 2024 auf 9.004 Milliarden Euro gestiegen. Das zeigt die gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung der Bundesbank.
Immer weniger Rücklagen
Doch wenn man sich die Zahlen genauer ansieht, sieht die Sache anders aus. Denn die vermögendsten zehn Prozent der Haushalte halten mehr als 70 Prozent, die vermögensärmere Hälfte aller Haushalte hat weniger als ein Prozent des Nettogeldvermögens. Die Hälfte der Bevölkerung verfügt über keinerlei nennenswerte Rücklagen, nicht einmal Ersparnisse bei Versicherungen oder Versorgungswerken.
Vor 27 Jahren sah Deutschland noch anders aus. Laut Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hatten die reichsten zehn Prozent 45,1 Prozent des Nettovermögens zur Verfügung, die unteren 50 Prozent immerhin noch 2,9 Prozent. 1993 waren es 41 Prozent beziehungsweise 5,6 Prozent.
Kein Aufschrei
Das bedeutet, dass die oberen zehn Prozent immer mehr Nettogeldvermögen ihr Eigen nennen können, während die Hälfte der Deutschen heute quasi nichts mehr besitzt. Doch selbst die FAZ lässt sich zu der Beschwichtigung hinreißen und schreibt: „Die Hälfte der Bevölkerung hat nichts gespart.“ So kann man es auch nennen.