In diesen Tagen hört man immer wieder von sogenannten Qualitätsmedien, die man mit Sparplänen der Regierung (sprich: weniger Regierungs-Inserate) nicht in Gefahr bringen soll. Wie diese angeblich unabhängigen Qualitätsmedien agieren, zeigte heute, Donnerstag, die Kronen Zeitung vor.
Menschen werden verunsichert
Um 16.00 Uhr schockte die Krone also mit dem Titel „Blauer Spar-Hammer – Tatort, Universum vor Aus: ORF nur mehr Gerippe“. Offensichtlich war die Absicht dabei, die Menschen in Österreich zu verunsichern – und zwar mit der medialen Botschaft: „Schaut her, das will euch der böse Kickl streichen!“ Tatort und Universum wurden gezielt ausgesucht, da sie zu den meistgesehenen Sendungen im ORF gehören und bei den Zusehern beliebt sind.
Grüner Stiftungsrat als Angstmacher
Der Schmäh des Blattes endete aber schon im ersten Absatz des Artikels. Denn dort tauchte plötzlich der Name des Chefs des ORF-Stiftungsrats, Lothar Lockl, auf. Warum dabei nicht gleich die Partei genannt wurde, die ihn auf diesen Chefposten am Küniglberg gesetzt hat, nämlich die Grünen, ist wohl nicht nur ein journalistisches Versäumnis, umfänglich alle verfügbaren Informationen zu nennen, sondern vermutlich die nächste absichtliche Täuschung der Leser, die dadurch nicht wissen, aus welchem ideologisch gefärbten Munde solche Töne kommen.
Übertragung der Star-Nacht gefährdet
Und diese Töne hatten es in sich: Lockl sagte, dass der Staatsfunk laut blauen Plänen 150 Millionen Euro einsparen müsse. Davor warnte der Grüne eindringlich, dann bliebe – so Lockl – nur noch ein ORF-Gerippe übrig. Österreichische Tatort-Krimis, Universum-Folgen oder die Übertragung der Star-Nacht wären gefährdet. Und Lockl sagt nichts über die Luxus-Gagen im ORF, bei denen gespart werden könnte und auf die die Freiheitlichen bei ihren Sparplänen unter anderem in Wahrheit zielen.
Krone gibt Lockls Parteizugehörigkeit erst spät preis
Dass es sich bei Lockl um einen grünen Stiftungsrat handelt, erfahren die Krone-Leser – sofern sie es bis dorthin geschafft haben – erst im dritten Absatz des Artikels, dass er der ehemalige Wahlkampfstratege von Bundespräsident Alexander Van der Bellen war, wird erst im vierten Absatz preisgegeben. Zuvor tut die Krone so, als würde hier ein ORF-Experte über Dinge reden, die in den Koalitionsgesprächen zwischen FPÖ und ÖVP bereits fix ausgehandelt worden wären.
Hauptsache, die Kronen Zeitung hat wieder einen Aufmacher, der verunsichert und die FPÖ in ein schlechtes Licht setzen will.