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Olga Voglauer

Die grüne Generalsekretärin Olga Voglauer managt die Krisenkommunikation bei den Grünen nach der Affäre um ihre EU-Spitzenkandidatin Lena Schilling.

23. Mai 2024 / 09:28 Uhr

Panik bei den Grünen führte zu haltlosen Anschuldigungen gegen Mitbewerber

Wilde Anschuldigungen gegen die SPÖ und ihren EU-Spitzenkandidaten Andreas Schieder, die Mitschuld an der Affäre „Lena Schilling“ hätten. Das posaunte gestern, Mittwoch, die grüne Generalsekretärin Olga Voglauer bei einer Pressekonferenz hinaus. Danach ruderte sie zurück.

“Silberstein-Methoden”

Voglauer sprach sogar davon, dass sie sich bei den Attacken aus der SPÖ auf ihre EU-Spitzenkandidatin Schilling an die „Silberstein-Methoden“ erinnert fühle. Und mit ihrer Aussage, dass Andreas Schieder und Sebastian Bohrn Mena, beide SPÖ, im gleichen Wiener Bezirk, nämlich Penzing, zuhause gewesen wären, wollte sie offenbar ein Zusammenspiel der beiden SPÖ-Mitglieder in der Causa „Schilling“ konstruieren. Schon im Rahmen der Pressekonferenz bemerkte dazu ein Journalist, dass es sich hierbei wohl nur um eine „Verschwörungstheorie“ handeln könne. Doch da verteidigte Voglauer ihre These noch.

Entschudligung auf Kurznachrichtendienst X

Allerdings ruderte Voglauer kurz nach der Pressekonferenz auf X zurück. Sie schrieb:

Ich habe in unserer heutigen Pressekonferenz in den Raum gestellt, dass SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Schieder etwas mit den Veröffentlichungen zu Lena Schilling zu tun hat. Mir ist damit ein Fehler passiert, der mir nicht passieren hätte dürfen. Ich habe keinen Grund an der Redlichkeit von Andreas Schieder zu zweifeln und darum habe ich mich auch persönlich bei ihm entschuldigt. Weiters bedaure ich, dass ich in diesem Zusammenhang von „Silberstein Methoden“ gesprochen habe. Ich hätte mir der Konnotation bewusst sein müssen. Auch für diesen Fehler bitte ich um Entschuldigung.

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Fatale Krisenkommunikation

Eine Klarstellung, die zeigt, wie nervös die Grünen sind und wie umprofessionell sie mit der Affäre um Lena Schilling umgehen. Damit wird der Schaden, der bereits angerichtet ist, immer größer. Das Ergebnis ihrer Krisenkommunikation ist bei den aktuellen Wahlumfragen abzulesen. Zuletzt lagen die Grünen nur noch bei acht Prozent, die Angst geht um, man könnte Ähnliches wie 2017 erleben, als die Grünen aus dem Parlament geflogen waren. Zudem wird befürchtet, dass beim grünen Bundeskongress vor der Nationalratswahl die Fetzen fliegen könnten.

“Die Grünen ein Leben lang gehasst”

Schilling selbst sagte bei der gestrigen Pressekonferenz, dass jetzt ein guter Zeitpunkt dafür wäre, Mitglied bei den Grünen zu werden. Das hat wohl den Grund, dass sie ihre Zugehörigkeit zu den Grünen, die ihr jetzt den Superjob bei der EU verschafft haben, beweisen möchte. Denn ihr fliegen jetzt die Chat-Nachrichten um die Ohren, die sie einst versendete und in denen sie auf die Frage, „siehst du dich als Grüne?“, geantwortet hatte:

Nein, ehrlich gesagt. Aber vielleicht kann ich das lernen. Ich hab niemanden so gehasst wie die Grünen mein Leben lang.

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