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Hermine Orian

Hermine Orian aus Südtirol wartet vor ihrem Haus in Schenna bei Meran geduldig auf die österreichische Staatsbürgerschaft.

11. Mai 2024 / 09:55 Uhr

Schwarz-Grün bürgert 35-jährigen Kicker ein, aber nicht 105-jährige “Österreicherin”

Wie die schwarz-grüne Bundesregierung mit einer 105-jährigen Südtirolerin umgeht, kann nur noch als herzlos bezeichnet werden.

Größter Wunsch der Tirolerin

Der sehnlichste Wunsch von Hermine Orian, als Österreicherin zu sterben, wird partout nicht erfüllt.

Wie berichtet, kämpft der Andreas-Hofer-Bund Tirol seit zehn Jahren dafür, der letzten noch lebenden “Katakomben-Lehrerin” Tirols die österreichische Staatsbürgerschaft zu verleihen. Aber auch zum 105. Geburtstag von Orian, am 23. April 2024, konnte der sehnlichste Wunsch der in Schenna bei Meran in Südtirol lebenden Frau nicht erfüllt werden.

In der Republik Deutsch-Österreich geboren

Hermine Orian war am 23. April 1919 noch in der Republik Deutsch-Österreich als Österreicherin geboren worden, also noch bevor Südtirol durch den „Diktatfrieden“ von Saint-Germain-en-Laye (unterzeichnet am 10. September 1919, in Kraft seit 16. Juli 1920) an Italien abgetreten werden musste.

Bereits als 13-jähriges Mädchen war sie als sogenannte Katakomben-Lehrerin bis Kriegsende tätig. Diese Tätigkeit des Deutschunterrichts für Südtiroler war unter dem italienischen Faschismus strengstens verboten und mit hohen Strafen bedroht. Für ihr Wirken erhielt Orian in den 1960er Jahren einen Verdienstorden des Landes Tirol und zahlreiche andere Ehrungen – für eine Staatsbürgerschaft hat es aber bisher nicht gereicht.

Österreich versagt als Schutzmacht von Südtirol

Jetzt hat die Kronen Zeitung eine Merkwürdigkeit in dieser Causa festgestellt. Sie fragt sich in dem Artikel „Österreich versagt als Schutzmacht von Südtirol“, warum der 35-jähriger Fußballer aus Brasilien, Ronivaldo, eingebürgert werde, die 105-jährige Hermine Orian, die sich um die deutsche Sprache in Südtirol verdient gemacht hat, aber nicht. Konkret fragt sich die Krone:

Welche Leistungen kann ein 35-jähriger Fußballer noch für unser Land erbringen?

Verfassungsexperte spricht von großem Ermessungsspielraum

Der Wortlaut des Gesetzestextes zur Staatsbürgerschaftsverleihung zielt auf bereits erbrachte und noch zu erwartende außerdordentliche Leistungen im Interesse der Republik ab. Besondere Leistungen hat Hermine Orian bereits erbracht, zudem lieferte der Verfassungsexperte Peter Bußjäger in der Kronen Zeitung Argumente für einen Österreich-Pass für Frau Orian. Es könnte mit dem Faktor der Schutzmacht argumentiert werden, so der Universitätsprofessor.

Bußjäger sagt zwar, dass das Kriterium mit den noch erwartbaren Leistungen sehr schwer wiegen würde, doch der Bund habe hier auch großen Ermessensspielraum. Die wichtigste Frage laute, wie strikt die Bundesregierung in der Vergangenheit gehandelt hätte. Wohl nicht sehr strikt, wenn man sich an die Einbürgerungen etwa beim Handballverein Hypo Südstadt zurückerinnert.

Ministerrat handelte nicht menschlich

Warum ausgerechnet bei einer Südtirolerin so strikt vorgegangen wird, obwohl Österreich seinen Schutzmacht-Status über Südtirol immer wieder beteuert, weiß wahrscheinlich nur der schwarz-grüne Ministerrat, der hier gar nicht menschlich agiert und der 105-jährigen Frau die österreichische Staatsbürgerschaft bisher verwehrte.

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