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Andreas Babler

Andreas Babler scheint sich mit der Interpretation von Zahlen weiterhin schwer zu tun.

30. April 2024 / 07:26 Uhr

Will viele tausend Arbeitsplätze geschaffen haben: Babler stolz auf Wirtschaftswunder, das es nie gab

SPÖ-Vorsitzender Andreas Babler hält sich nicht für einen herausragenden Parteichef, auch von seiner Arbeit als Bürgermeister Traiskirchens ist er überzeugt: “Zigtausende Arbeitsplätze” hätte er mit seinem “Strukturwandel neu geschaffen, gleichzeitig gut Betriebe angesiedelt”, sagte er bereits am 22. April gegenüber dem Sender Oe24.

Babler beansprucht Strukturwandel für sich

Gerade den “Sprung der ehemaligen Industriestadt zur modernen Gewerbe-, Dienstleistungs- und Innovationsstart” – so steht es auf dem Internetauftritt Traiskirchens – sehe er als sein Verdienst an, wie er in dem Interview betonte. Der Hintergrund dieser wirtschaftlichen Entwicklung war die Schließung der für Traiskirchen lange besonders bedeutenden Semperit-Reifenfabrik; seitdem sind besonders Gastronomie und Einzelhandel zum wirtschaftlichen Kern der Stadt geworden.

Von “-zigtausenden” neuen Stellen bleiben nur 1.013 übrig

Das Selbstbewusstsein Bablers irritierte allerdings nicht wenige Beobachter: So berichtet nun profil über Bablers angebliches “Wirtschaftswunder”. Mit dem Amtsantritt Bablers gab es in Traiskirchen nämlich nach offiziellen Statistiken 7.109 Beschäftigte in 1.326 Betrieben. Zieht man nun die letzte verfügbare Statistik aus dem Jahr 2021 zu Rate, bleibt von den angeblich “-zigtausenden” neuen Stellen nicht mehr viel übrig: Damals, immerhin sieben Jahre nach Bablers Amtsantritt, zählt die Statistik Austria nämlich exakt 8.122 Beschäftigte in 1.545 Unternehmen. Das ergibt zwar immerhin ein Plus von 1.013 Arbeitsplätzen zwischen Bablers Amtsantritt als Traiskirchener Bürgermeister und 2021 – von den vielen tausend geschaffenen Stellen, von denen der SPÖ-Chef sprach, ist das allerdings noch weit entfernt.

Obwohl seine Behauptung damit kaum haltbar ist, bleibt sein Team bei der wenig glaubwürdigen Aussage, wie sich die Partei-Mitarbeiter des Bürgermeisters gegenüber profil äußerten:

Es wurden in den letzten Jahren mehrere tausend Arbeitsplätze geschaffen – genauen Wert kann ich Ihnen nicht sagen, aber ein Plus ist eindeutig erkennbar.

Größeres Steuereinkommen als Beweis für mehr Arbeit

Offensichtlich zieht man in der SPÖ die gestiegenen Einnahmen durch die Kommunalsteuer als Beleg für die “tausenden” Arbeitsplätze heran: Diese Abgabe von den Arbeitgebern an die Stadt Traiskirchen stieg seit Beginn von Bablers Amtszeit von 4,6 auf heuer (prognostiziert) 7,8 Millionen Euro. Nicht bedacht hat man bei den Sozialdemokraten aber wohl die gestiegenen Bruttolöhne seit 2014, die einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Aufkommen der Kommunalsteuer haben.

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