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Wer in Russland oder der Ukraine die Regierungspolitik kritisiert, landet im Gefängnis und kann dort schnell zu Tode kommen.  Nach Maßstäben des sogenannten “Wertewestens”, ist das allerdings nur bei Russland berichtenswert und verwerflich.

17. Feber 2024 / 15:16 Uhr

Zwei politische Gefangene in Haft verstorben, aber nur einer findet Beachtung

Gestern, Freitag, teilten russische Behörden mit, dass der Oppositionelle Alexej Navalny in einem sibirischen Straflager verstorben ist. Ein tragischer Tod, der von Politik und Mainstream genutzt wird, um die Putin-Regierung anzuprangern, aber gleichzeitig deren eigene Doppelmoral entblößt.

Tod eines russischen Regime-Kritikers

Nawalny galt als der gefährlichste innenpolitische Widersacher des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Am 4. August 2023 verurteilte das Stadtgericht von Moskau den Oppositionellen zu 19 Jahren Strafkolonie. Ihm wurden unter anderem die Finanzierung von und die Anstiftung zu “Extremismus” sowie “Wiederbelebung der Nazi-Ideologie” vorgeworfen. Behördenmitteilungen zufolge ist er am Freitag nach einem Spaziergang in der arktischen Strafkolonie „Polar Wolf“ verstorben.

Schnell waren daraufhin die Gazetten voll mit Schlagzeilen und Wortmeldungen westlicher Politiker. “Wir wissen aber nun auch ganz genau, spätestens, was das für ein Regime ist”, sagte der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz in Berlin. US-Präsident Joe Biden machte Putin für Nawalnys Tod persönlich verantwortlich. Der ORF brachte gestern im Hauptabendprogramm ein „ZIB spezial“.

Wenn westliche Medien schweigen

Das Ableben eines anderen politischen Gefangenen wurde hingegen von denselben westlichen Medien und Politikern, die jetzt groß den Tod des russischen Regimekritikers anprangern, totgeschwiegen bzw. ignoriert. Es gab keinen Empörungssturm, keine fetten Schlagzeilen und der ORF hat nicht sein Programm geändert. Nur wenige US-Zeitungen berichteten von seinem Ableben.

Ereignet hat sich der Todesfall nämlich in der Ukraine, dem Land, in dem angeblich unsere westlichen Werte verteidigt werden. Und Präsident Wolodymyr Selenskyj gehört bekanntlich zu den “Guten”. Da passt so etwas natürlich nicht ins Narrativ.

Journalist in Haft gestorben

Es geschah erst vor einem Monat, am 11. Jänner, als der US-amerikanische Autor, Journalist und Blogger Gonzalo Lira in der ukrainischen Stadt Kharkiv verstarb (unzensuriert berichtete). Die letzten acht Monate seines Lebens hatte er, von den Medien unbeachtet, krank im Gefängnis verbracht, nachdem er vom ukrainischen Geheimdienst verhaftet worden war. Zu lange war ihm in der Zeit seiner Gefangenschaft medizinische Hilfe und Behandlung verweigert worden, woraufhin er verstarb. Sein „Verbrechen“ bestand darin, dass er mit der Politik der Ukraine und der Vereinigten Staaten nicht einverstanden war und Kritik am Selenskyj-Regime geübt hatte.

Offensichtliche Doppelmoral

Derselbe US-Präsident, der sich jetzt über den Tod des russischen Regimekritikers Navalny aufregt und den russischen Präsidenten verantwortlich macht, hatte für die Freilassung des US-Bürgers Lira keinen Finger gerührt und ihn in ukrainischer Haft zugrunde gehen lassen. „Er wurde gefoltert, erpresst, monatelang festgehalten und die US-Botschaft hat nichts für ihn getan“, klagte Liras Vater sowohl den ukrainischen als auch den US-Staatspräsidenten nach dem Tod seines Sohnes an.

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